Die Hamburger Reederei Hapag-Lloyd hat am Sonntag den Durchbruch vermeldet: Der Konzern übernimmt den israelischen Wettbewerber ZIM Integrated Shipping Services für 4,2 Milliarden Dollar in bar. Der Kaufpreis von 35 Dollar je Aktie bedeutet für ZIM-Aktionäre einen satten Aufschlag von 58 Prozent auf den Schlusskurs vom 13. Februar. Gemessen am unberührten Kurs vom 8. August 2025 – bevor erste Spekulationen die Runde machten – liegt die Prämie sogar bei 126 Prozent.

An der Börse fielen die Reaktionen gespalten aus. Während ZIM-Papiere auf der Handelsplattform Tradegate um 26 Prozent nach oben schossen, gaben Hapag-Lloyd-Aktien am Montag um 2,7 Prozent nach und rutschten unter die 100-Tage-Linie. Anleger scheinen die Kosten der Übernahme kritisch zu sehen.

Flotte wächst auf über 400 Schiffe

Durch den Zusammenschluss festigt Hapag-Lloyd seine Position als fünftgrößte Container-Reederei der Welt. Die kombinierte Flotte umfasst künftig mehr als 400 Schiffe mit einer Kapazität von über 3 Millionen TEU. Das jährliche Frachtvolumen soll bis 2027 auf mehr als 18 Millionen TEU steigen. Analysten von JPMorgan Chase rechnen damit, dass der globale Marktanteil von derzeit rund 7 Prozent auf knapp 9 Prozent klettern könnte.

Das erweiterte Netzwerk deckt künftig Transpacific-, Intra-Asia-, Atlantik-, Lateinamerika- und östliche Mittelmeerrouten ab. Zudem profitiert die kombinierte Gesellschaft vom Zugang zum Gemini-Netzwerk, an dem Hapag-Lloyd beteiligt ist.

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Israelische Lösung für Staatsinteressen

Eine Besonderheit des Deals: Der israelische Finanzinvestor FIMI Opportunity Funds – mit über 11 Milliarden Dollar unter Verwaltung Israels größter Private-Equity-Fonds – gründet eine neue israelische Schifffahrtsgesellschaft namens "New ZIM". Diese übernimmt 16 Schiffe und sichert die direkte Anbindung Israels an wichtige Häfen in der EU, den USA sowie im Mittelmeer- und Schwarzmeerraum.

FIMI soll auch die sogenannte Special State Share übernehmen – Sonderrechte des israelischen Staates in der ZIM-Satzung. Die neue Gesellschaft erhält kommerzielle Unterstützung von Hapag-Lloyd und Zugang zum Gemini-Netzwerk. Hapag-Lloyd selbst kündigte an, langfristig eine bedeutende Geschäftspräsenz in Israel aufrechtzuerhalten und ZIM-Mitarbeiter zu übernehmen.

Analysten sehen Deal skeptisch

JPMorgan-Analystin Alexia Dogani zeigt sich überrascht vom Timing. Zwar habe sie nach der strategischen Überprüfung von ZIM im November 2025 mit einer Branchenkonsolidierung gerechnet – allerdings nicht auf dem aktuell überhöhten Bewertungsniveau. Dies unterstreiche zwar die starke Finanzlage der Akteure, doch bei ihrer skeptischen Einschätzung der Branchenaussichten sieht sie das Wertschöpfungspotenzial kritisch.

Der Deal muss noch von den ZIM-Aktionären abgesegnet werden und bedarf Genehmigungen durch Regulierungsbehörden sowie den israelischen Staat. Hapag-Lloyd rechnet mit einem Abschluss bis Ende 2026. Bis dahin bleiben beide Unternehmen unabhängig und führen ihr Geschäft wie gewohnt fort.

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