Glencore greift in die eigenen Lagerbestände — und das in einem Tempo, das selbst für erfahrene Marktbeobachter ungewöhnlich ist. Um Lieferverpflichtungen gegenüber chinesischen Batterieherstellern zu erfüllen, hat der Rohstoffkonzern erhebliche Kobaltmengen von der Wuxi-Börse abgezogen. Hintergrund ist ein strukturelles Angebotsproblem, das Glencore selbst nicht kurzfristig lösen kann.

Die Bestände an der Wuxi-Börse halbierten sich von rund 7.870 Tonnen Ende Januar auf 3.934 Tonnen im März 2026 — eine der schnellsten Lagerabbauraten in der Geschichte der Börse. Den Großteil zog Glencore selbst ab. Eine Stellungnahme lehnte das Unternehmen ab.

Kongo-Exportquoten als eigentlicher Auslöser

Die Wurzel des Problems liegt im Kongo. Das Land stellt rund 72 Prozent des weltweiten Kobaltangebots — und hatte Exporte im Februar 2025 ausgesetzt, um die damals auf Neunjahrestiefs gefallenen Preise zu stützen. Seit Oktober 2025 gelten Exportquoten, die bis mindestens Ende 2027 in Kraft bleiben.

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Für Glencore bedeutet das konkret: Im vergangenen Jahr produzierte der Konzern 33.500 Tonnen Kobalt im Kongo, darf in diesem Jahr aber nur 22.800 Tonnen exportieren. Die Lücke zwischen Produktion und Exporterlaubnis erklärt, warum frühere Ausweichlösungen — etwa der Transfer von Malaysia-Beständen nach China — nicht mehr ausreichen. Kobaltpreise haben seit Februar 2025 um 160 Prozent auf 26 US-Dollar je Pfund zugelegt.

Strategischer Umbau läuft parallel

Abseits der Kobalt-Engpässe formt sich Glencore gerade neu. Seit Februar 2026 laufen Gespräche über den Verkauf des 70-Prozent-Anteils an dem kasachischen Zink- und Goldproduzenten Kazzinc an den Unternehmer Shakhmurat Mutalip — ein Geschäft, das laut Bloomberg zwischen 4 und 4,5 Milliarden US-Dollar wert sein könnte. Glencore würde den Kauf dabei möglicherweise teilweise mitfinanzieren.

Gleichzeitig soll Glencore laut Financial Times Mutalips 1,4-Milliarden-Dollar-Gebot für einen Anteil an der Eurasian Resources Group unterstützen — mit einer Vorauszahlung von 800 Millionen US-Dollar gegen künftige Ferrochrom-Lieferungen. Die Richtung ist klar: weg von Zink und Kasachstan, hin zu Kupfer und kritischen Metallen. Nachdem die Fusionsgespräche mit Rio Tinto scheiterten, setzt Glencore nun auf organischen Umbau.

Das bereinigte EBITDA für 2025 sank um sechs Prozent auf 13,5 Milliarden US-Dollar — wobei das zweite Halbjahr 49 Prozent über dem ersten lag. Auf der Hauptversammlung am 28. Mai 2026 dürfte die strategische Neuausrichtung das bestimmende Thema sein.

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