Die Rohstoffriesen Glencore und Rio Tinto verhandeln erneut über einen möglichen Zusammenschluss – ein Deal, der den weltgrößten Bergbaukonzern mit einem Unternehmenswert von über 260 Milliarden US-Dollar schaffen könnte. Nach dem Scheitern der Gespräche vor rund einem Jahr haben beide Unternehmen am Donnerstagabend die Wiederaufnahme vorläufiger Fusionsgespräche bestätigt.

Die Reaktion der Märkte ließ nicht auf sich warten: Die Glencore-Aktie sprang nachbörslich auf Tradegate um mehr als 7 Prozent nach oben. Auch Rio Tinto legte ein Prozent zu. Mit einer aktuellen Marktkapitalisierung von etwa 67,44 Milliarden US-Dollar ist Glencore deutlich kleiner als Rio Tinto, das an der Börse rund 145,32 Milliarden Dollar wert ist.

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Was steckt hinter der plötzlichen Annäherung?

Die weltweite Rohstoffknappheit treibt die Branche um. Besonders die Jagd auf Kupfer krempelt den Sektor derzeit fundamental um. Der Kupferpreis kletterte diese Woche auf ein Rekordhoch von über 13.300 US-Dollar je Tonne. Analysten warnen vor einer spürbaren Knappheit des Industriemetalls bis 2040 – ein Szenario, das den Druck auf die großen Player erhöht, durch Zusammenschlüsse Größenvorteile zu sichern.

Neben Kupfer bewegen sich auch andere Rohstoffpreise auf Höchstständen. Gold, Silber und weitere Metalle notieren auf Rekordniveau. In diesem Umfeld gewinnt die Idee einer Megafusion neue Brisanz.

Aktientausch und rechtliche Hürden

Laut Glencore geht es bei den Verhandlungen um einen möglichen Zusammenschluss einiger oder aller Geschäftsteile. Im Raum steht eine Fusion über einen reinen Aktientausch. Die Erwartung beider Seiten: Rio Tinto würde das Schweizer Unternehmen Glencore kaufen – vermutlich über einen gerichtlich genehmigten Vergleichsplan.

Gemäß den britischen Übernahmeregeln hat Rio Tinto nun bis zum 5. Februar um 17 Uhr Zeit, entweder die Absicht für ein Kaufangebot bekannt zu geben oder anzukündigen, dass kein Interesse besteht. Gewissheit über eine Einigung oder Details eines möglichen Zusammenschlusses gibt es bislang nicht.

Zweiter Anlauf nach gescheitertem Versuch

Es ist nicht der erste Flirt zwischen den beiden Giganten. Bereits 2014 hatte Rio Tinto ein Fusionsangebot von Glencore abgelehnt. Damals scheiterte der Deal an unterschiedlichen Vorstellungen über Bewertung und strategische Ausrichtung. Nun scheinen die veränderten Marktbedingungen und der verschärfte Wettbewerb um Rohstoffe eine Neuauflage der Gespräche zu rechtfertigen.

Die Branche konsolidiert sich ohnehin: Rivale Anglo American übernahm im Herbst den Konzern Teck Resources. Zwischenzeitlich hatte auch BHP Interesse an einer Übernahme von Anglo gezeigt, war damit aber wiederholt gescheitert. Der Druck, durch Größe wettbewerbsfähig zu bleiben, wächst spürbar.

Werden die Giganten sich einig?

Ob die Verhandlungen diesmal zum Erfolg führen, bleibt abzuwarten. Die Rahmenbedingungen haben sich seit 2014 dramatisch verändert – und der Rohstoffhunger der Weltwirtschaft könnte diesmal der entscheidende Katalysator sein. Für Glencore-Aktionäre dürfte die Fusion attraktiv sein, wie die nachbörsliche Kursexplosion zeigt. Rio Tinto hingegen müsste einen Preis zahlen, der die eigenen Anteilseigner nicht verschreckt.

Die kommenden Wochen werden zeigen, ob aus den vorläufigen Gesprächen eine verbindliche Offerte wird – oder ob der Deal erneut an unterschiedlichen Vorstellungen scheitert.

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