Drei parallele Baustellen beschäftigen Glencore gerade gleichzeitig: ein Tarifstreit in Südafrika, der über 1.500 Arbeitsplätze entscheidet, eine Umweltdebatte in Kanada und die strategische Neuausrichtung nach dem geplatzten Megadeal mit Rio Tinto. Die Aktie notiert mit rund 6,12 Euro knapp unter ihrem 52-Wochen-Hoch — der Markt scheint die Lage bisher gelassen zu bewerten.

Südafrika: Frist endet am Montag

Der drängendste Schauplatz liegt in Südafrika. Das Glencore Merafe Chrome Venture verhandelt mit dem staatlichen Energieversorger Eskom über vergünstigte Stromtarife für stillgelegte Ferrochrom-Schmelzanlagen. Konkret geht es um einen Tarif von 62 südafrikanischen Cent pro Kilowattstunde — Bedingung für eine Wiederinbetriebnahme der Anlagen. Glencore-Merafe hat einen überarbeiteten Gegenvorschlag eingereicht, nachdem mehrere ursprüngliche Konditionen als kommerziell nicht tragfähig eingestuft wurden.

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Die Frist läuft am 31. März 2026 ab. Bis dahin hat das Unternehmen einen geplanten Stellenabbau nach Section 189 ausgesetzt — und die rund 1.500 betroffenen Mitarbeiter trotz des seit April 2025 ruhenden Schmelzbetriebs weiter voll bezahlt. Kommt keine Einigung zustande, die auch die südafrikanische Energieregulierungsbehörde Nersa genehmigt, dürften die Entlassungen folgen.

Kanada und der gescheiterte Megadeal

An der Horne-Hütte im kanadischen Rouyn-Noranda wehrt sich Glencore gegen Berichte über gestiegene Arsenemissionen. Das Unternehmen bezeichnet die zugrunde liegenden Vergleiche als methodisch fehlerhaft und verweist auf einen Rückgang der durchschnittlichen Arsenkonzentration um 46,5 Prozent zwischen 2022 und 2024. Seit 2023 liegen die Jahreswerte nach eigenen Angaben unter den behördlichen Grenzwerten.

Strategisch steht Glencore nach dem Scheitern der Fusionsgespräche mit Rio Tinto vor einer Neupositionierung. Die Pläne für einen gemeinsamen Bergbaukonzern mit einem potenziellen Marktwert von über 200 Milliarden US-Dollar zerbrachen Anfang Februar 2026 — Glencore lehnte die vorgeschlagene Struktur ab, weil sie den Wert der Kupfer-Assets nicht angemessen widerspiegelte und Rio Tinto die Führungsrollen vorbehalten hätte. Gemäß britischem Übernahmerecht ist Rio Tinto nun für sechs Monate von einem erneuten Versuch ausgeschlossen.

Die Aktie hat sich seit ihrem Tief von 2,71 Euro im April 2025 mehr als verdoppelt. Wie der Ausgang der Eskom-Verhandlungen den weiteren Kurs beeinflusst, zeigt sich bereits in den nächsten Tagen.

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