JPMorgan hat SAP am 24. März deutlich herabgestuft — von „Overweight" auf „Neutral" — und das Kursziel von 260 auf 175 Euro gesenkt. Eine Kurskorrektur von fast 33 Prozent beim Ziel eines renommierten Hauses ist kein Routinevorgang. Analyst Toby Ogg begründet den Schritt mit strukturellen Risiken, die aus der laufenden Cloud-Transformation erwachsen.

Warum die Cloud zum Risiko wird

Im Kern der JPMorgan-Analyse steht der sogenannte „Current Cloud Backlog" — vertraglich gesicherte Cloud-Umsätze, die als Wachstumsindikator gelten. Ogg sieht hier die Gefahr schrumpfender Erlöse, kombiniert mit einem erhöhten Investitionsbedarf für die Geschäftsmodell-Umstellung.

Noch grundsätzlicher ist der Verweis auf eine mögliche „SaaSpocalypse": Generative KI könnte nutzerbasierte Software-Abonnements langfristig unter Druck setzen — ein Risiko, das die gesamte Branche betrifft, SAP als führenden Anbieter aber besonders exponiert. Eine nachhaltige Rückkehr zu früheren Bewertungsniveaus hält JPMorgan vorerst für unwahrscheinlich.

Reltio-Übernahme als Gegenantwort

Zwei Tage nach der Herabstufung gab SAP die geplante Übernahme des US-Unternehmens Reltio bekannt. Die Technologie soll die SAP Business Data Cloud stärken, indem sie Unternehmensdaten aus SAP- und Fremdsystemen für KI-Anwendungen aufbereitet. Vorstandsmitglied Muhammad Alam bezeichnete die Verknüpfung interner und externer Datenquellen als Voraussetzung, um KI im Unternehmenseinsatz voll auszuschöpfen.

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Finanzielle Details blieben aus. Der Abschluss wird für das zweite oder dritte Quartal 2026 erwartet — vorbehaltlich behördlicher Genehmigungen.

Rückkäufe stützen, Kurs bleibt unter Druck

Parallel laufen umfangreiche Aktienrückkäufe: Allein in der Woche vom 16. bis 20. März erwarb SAP rund 1,45 Millionen eigene Aktien für insgesamt rund 228,5 Millionen Euro — zu einem Durchschnittspreis von 161,66 Euro. Das zeigt, dass das Unternehmen den aktuellen Kurs als Kaufgelegenheit bewertet.

Der Markt sieht das bislang anders. Mit einem Schlusskurs von 142,34 Euro am Freitag hat die Aktie ein neues 52-Wochen-Tief markiert — fast 48 Prozent unter dem Jahreshoch von 271,60 Euro vom Juni 2025. Seit Jahresbeginn summiert sich das Minus auf knapp 30 Prozent.

Am 23. April legt SAP die Zahlen für das erste Quartal 2026 vor. Dann wird sich zeigen, ob die Cloud-Erlöse die von JPMorgan befürchtete Volatilität bereits widerspiegeln — und ob die Reltio-Wette in der Investorengunst verfängt.

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