Die Bilanzierungsprobleme bei Gerresheimer nehmen an Schärfe zu. Nachdem die Finanzaufsicht BaFin ihre Anlassprüfung im März 2026 wegen weiterer Verstöße ausgeweitet hat, verschiebt sich die Vorlage des testierten Jahresabschlusses auf voraussichtlich Juni 2026 — mit Folgen, die weit über einen bloßen Terminverzug hinausgehen.

SDAX-Ausschluss löst Zwangsverkäufe aus

Die Deutsche Börse schreibt klar vor: Wer den testierten Abschluss nicht bis Ende März vorlegt, verliert den Indexplatz. Für Gerresheimer bedeutet das den automatischen Rauswurf aus dem SDAX. In den kommenden Handelstagen müssen passiv verwaltete ETFs und Indexfonds ihre Positionen zwangsweise abbauen — ein strukturell bedingter Verkaufsdruck, der auf den Kurs drücken dürfte.

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Gerresheimer?

Im Kern der BaFin-Untersuchung stehen sogenannte „Bill-and-Hold"-Vereinbarungen: Umsätze wurden für Waren verbucht, die zum Buchungszeitpunkt noch gar nicht ausgeliefert waren. Das Unternehmen hat diese Praxis bereits im Dezember eingeräumt und Korrekturen zugesagt. Neben dem regulären Prüfer KPMG analysiert nun auch Grant Thornton im Auftrag der BaFin die Bilanzen der Jahre 2024 und 2025.

Wertminderungen und Gespräche mit Kreditgebern

Die verzögerte Bilanz hat auch direkte Auswirkungen auf die Finanzierungsseite. Gerresheimer hat eingeräumt, durch die Verschiebung Pflichten aus bestehenden Kreditverträgen zu verletzen — Gespräche mit den Gläubigerbanken laufen intensiv. Zusätzlich kündigte das Unternehmen nicht-zahlungswirksame Wertminderungen zwischen 220 und 240 Millionen Euro an, die vor allem Technologieprojekte der Tochter Sensile Medical AG sowie das Glaswerk in Chicago Heights betreffen, das bis Ende 2026 geschlossen werden soll.

Um Liquidität zu schaffen, plant Gerresheimer offenbar den Verkauf der US-Tochter Centor über Morgan Stanley. Zudem kursierten zuletzt Berichte über ein mögliches Übernahmeangebot des US-Konzerns Silgan Holdings zu 41 Euro je Aktie — bislang unbestätigt, aber ausreichend, um zwischenzeitlich für Kursbewegungen zu sorgen.

Die Aktie hat in den vergangenen zwölf Monaten rund 73 Prozent ihres Werts verloren und notierte zuletzt bei 20,44 Euro. Bis zur Vorlage des testierten Abschlusses im Juni und dem Abschluss der Bankengespräche bleibt das Bild für Aktionäre von erheblicher Unsicherheit geprägt.

Gerresheimer-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Gerresheimer-Analyse vom 29. März liefert die Antwort:

Die neusten Gerresheimer-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Gerresheimer-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 29. März erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Gerresheimer: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...