Die Lage beim Düsseldorfer Verpackungsspezialisten spitzt sich dramatisch zu. Nachdem Bilanzunregelmäßigkeiten und verschobene Jahresabschlüsse das Vertrauen der Anleger bereits erschüttert haben, zieht nun die Großbank UBS die Reißleine. Mit einer drastischen Kurszielsenkung weit unter das aktuelle Niveau sendet die Bank ein klares Warnsignal an den Markt.

Das Analystenhaus stufte die Aktie am Dienstag von „Neutral“ auf „Sell“ herab und strich das Kursziel radikal zusammen: Statt 29 Euro traut die UBS dem Titel nur noch 12,90 Euro zu – eine mehr als 50-prozentige Reduzierung. Angesichts eines aktuellen Kurses von 18,68 Euro impliziert dies ein weiteres massives Abwärtspotenzial für das ohnehin schwer angeschlagene Papier.

Warnung vor Schuldenlast

Im Zentrum der Kritik steht die prekäre Finanzlage des Unternehmens. Die Experten verweisen auf erhebliche Entschuldungsrisiken und beziffern den Verschuldungsgrad (ohne Leasing) per Ende November auf das Fünffache des Ergebnisses. Für das Ende des Geschäftsjahres 2025 wird sogar ein Wert von 4,9x erwartet, was deutlich über dem früheren Covenant-Niveau von 4,25x liegt.

Besonders schwer wiegt dabei die fehlende Transparenz. Die Analysten bemängeln Unklarheiten bezüglich der aktuellen Kreditbedingungen nach der Umschuldung im August 2025. In der Folge passte die Bank ihre Bewertungsmodelle an, erhöhte den Risikodiskontierungssatz und senkte die Margenprognosen für die kommenden Jahre.

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Bilanzchaos als Auslöser

Der pessimistische Blick der Analysten kommt nicht von ungefähr. Gerresheimer kämpft derzeit an mehreren Fronten gleichzeitig. Bereits am 10. Februar musste der Konzern die Veröffentlichung seiner Jahreszahlen auf unbestimmte Zeit verschieben. Hintergrund sind interne Untersuchungen, die darauf hindeuten, dass Mitarbeiter gegen Bilanzierungsrichtlinien und IFRS-Vorgaben verstoßen haben könnten.

Die Unsicherheit spiegelt sich deutlich im Aktienkurs wider. Auf Sicht von zwölf Monaten hat das Papier 76,85 Prozent an Wert eingebüßt und notiert nur knapp über dem 52-Wochen-Tief. Auch andere Häuser wie Bernstein oder die DZ Bank reagierten zuletzt mit Verkaufsempfehlungen auf die Gemengelage.

Verkauf der US-Tochter drängt

Um die angespannte Bilanz zu reparieren, setzt das Management nun auf den Verkauf der US-Tochter Centor Inc., die auf Medikamentenverpackungen spezialisiert ist. Morgan Stanley wurde bereits mit der Abwicklung beauftragt. Dieser Schritt erscheint angesichts der gesenkten Prognosen für 2025 und erwarteter Wertminderungen in dreistelliger Millionenhöhe als notwendige Maßnahme zur Kapitalbeschaffung.

Für Anleger bleibt die Situation höchst riskant, solange die Ergebnisse der Sonderprüfung nicht vorliegen und der Verkauf von Centor nicht in trockenen Tüchern ist. Erst wenn Gerresheimer verlässliche, testierte Zahlen präsentiert und die Verschuldungsproblematik adressiert, dürfte eine nachhaltige Bodenbildung realistisch sein.

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