Gerresheimer Aktie: Index-Aus und Übernahmefieber
Gerresheimer verlässt den SDAX — das ist seit gestern offiziell. Per Ad-hoc-Meldung bestätigte der Konzern, dass der testierte Jahresabschluss 2025 nicht bis zum 31. März vorliegen wird. Was wie eine Formalität klingt, hat handfeste Konsequenzen: Indexfonds müssen ihre Positionen verkaufen, Kreditverträge wurden verletzt. Gleichzeitig kursieren Übernahmegerüchte, die den Kurs zuletzt kräftig nach oben trieben.
Bilanzprüfung blockiert den Abschluss
Der Kern des Problems: Neben dem regulären Abschlussprüfer KPMG durchleuchtet seit Monaten eine zweite Wirtschaftsprüfungsgesellschaft — Grant Thornton — die Bücher. Ausgelöst hatte dies die BaFin, die im September 2025 eine Prüfung einleitete und diese im Februar ausweitete. Der Verdacht: Gerresheimer habe bei sogenannten Bill-and-Hold-Vereinbarungen Umsatzerlöse und -kosten unzutreffend erfasst — ein Verstoß gegen IFRS-Rechnungslegungsstandards.
Bis die Untersuchungen abgeschlossen sind, lässt sich kein testierter Abschluss vorlegen. Gerresheimer peilt nun den Juni 2026 an.
Die finanziellen Belastungen sind erheblich. Das Unternehmen erwartet nicht-zahlungswirksame Wertminderungen von 220 bis 240 Millionen Euro, hauptsächlich aus Technologieprojekten der Sensile Medical AG sowie der geplanten Schließung eines Werks in Chicago Heights. Die Dividende wurde auf das gesetzliche Minimum von 0,04 Euro gekürzt.
Silgan soll über 40 Euro bieten
Mitten in dieser Krise berichtete Reuters, dass der US-Verpackungskonzern Silgan Holdings ein Übernahmeangebot von mehr als 40 Euro je Aktie prüft. Gemessen am Freitagsschlusskurs von 20,94 Euro wäre das ein Aufschlag von rund 80 Prozent. Das erklärt, warum die Aktie trotz allem nicht weiter abstürzt: Die Übernahmefantasie federt den Abwärtsdruck ab.
Auf der Aktionärsseite zeigt sich ein gespaltenes Bild. Die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz prüft Schadenersatzansprüche. Gleichzeitig meldeten der CastleKnight Master Fund und die Deka Investment auf dem gedrückten Kursniveau neue Beteiligungen an.
Zwei Termine im Blick
Der Kurs notiert aktuell rund 40 Prozent unterhalb seines 200-Tage-Durchschnitts — ein deutliches Zeichen, wie tief das Vertrauen der Marktteilnehmer gesunken ist. Auf Sicht von zwölf Monaten steht ein Minus von fast 75 Prozent zu Buche.
Zwei Termine werden den weiteren Verlauf maßgeblich prägen: der testierte Jahresabschluss 2025, den Gerresheimer für Juni 2026 ankündigt, sowie der Halbjahresbericht am 14. Juli 2026. Erst dann lässt sich beurteilen, wie belastbar die Umsatzprognose von 2,3 bis 2,4 Milliarden Euro für das laufende Jahr tatsächlich ist — und wie die Gespräche mit den Kreditgebern ausgegangen sind.
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