Die Bilanzkrise des Pharmaverpackers Gerresheimer nimmt immer bedrohlichere Züge an. Während die Finanzaufsicht BaFin ihre Untersuchungen massiv ausweitet, leitet der Aktionärsschutzverband DSW rechtliche Schritte gegen das ehemalige Management ein. Um die angespannte Lage zu stabilisieren, trennt sich der Konzern nun von seiner margenstarken US-Tochter.

Aufsicht prüft, SDAX-Abstieg naht

Die im September begonnene Prüfung des Konzernabschlusses durch die BaFin beschränkt sich längst nicht mehr nur auf vorzeitig verbuchte Umsätze. Mittlerweile durchleuchten die Aufseher auch die Bilanzierung von Leasingverbindlichkeiten in Höhe von 65,5 Millionen Euro sowie aktivierte Entwicklungskosten. Besonders kritisch bewertet die Behörde die Risikoeinschätzung zur Übernahme von Bormioli Pharma, die im Halbjahresbericht 2025 noch als gering eingestuft wurde.

Wegen der andauernden Untersuchungen zweier Wirtschaftsprüfungsgesellschaften muss Gerresheimer die Veröffentlichung der Jahreszahlen 2025 auf voraussichtlich Juni 2026 verschieben. Diese Verzögerung führt unausweichlich zum Ausschluss aus dem SDAX. Für Indexfonds bedeutet das einen erzwungenen Verkauf der Papiere, was die Angebotsseite am Markt zusätzlich vergrößert.

Margenstarke Tochter steht zum Verkauf

Als Reaktion auf die finanzielle Schieflage hat das Unternehmen den Verkauf seiner US-Tochter Centor Inc. eingeleitet. Die Investmentbank Morgan Stanley soll die Transaktion noch in diesem Jahr abschließen. Dieser Schritt birgt ein strategisches Dilemma: Centor erzielt überdurchschnittliche Margen, deren Wegfall die Profitabilität des Gesamtkonzerns weiter schwächen wird.

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Gleichzeitig muss das Management nicht zahlungswirksame Wertminderungen von 220 bis 240 Millionen Euro für das Geschäftsjahr 2025 verbuchen. Davon betroffen sind vor allem Technologieprojekte der Sensile Medical AG und ein Glaswerk in den USA, das Ende 2026 geschlossen wird.

Extreme Volatilität lockt Neueinsteiger

An der Börse spiegelte sich die dramatische Nachrichtenlage in extremen Kursausschlägen wider. Nach massiven Verlusten in den Vortagen schoss der Kurs am gestrigen Freitag um beachtliche 17,77 Prozent auf einen Schlusskurs von 20,94 Euro nach oben. Auf Zwölfmonatssicht verzeichnet das Papier dennoch einen massiven Wertverlust von fast 73 Prozent.

Ungeachtet der laufenden juristischen Aufarbeitung positionieren sich erste institutionelle Adressen wie der CastleKnight Master Fund und Deka Investment auf dem aktuellen Kursniveau neu. Richtungsweisend für diese Engagements wird der Juni 2026 sein. Erst mit der Vorlage des testierten Abschlusses herrscht belastbare Klarheit über das tatsächliche Ausmaß der Bilanzierungsfehler und den verbleibenden finanziellen Spielraum des Unternehmens.

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