Gerresheimer Aktie: Bilanz-Debakel!
Vertrauensverlust auf ganzer Linie: Der Verpackungsspezialist Gerresheimer hat weitere Unregelmäßigkeiten in der Rechnungslegung eingeräumt und die Vorlage des Jahresabschlusses 2025 auf unbestimmte Zeit verschoben. Die Nachricht löste einen massiven Ausverkauf aus, der die Aktie auf den tiefsten Stand seit 16 Jahren drückte. Doch wie tief reichen die Probleme im Unternehmen wirklich?
Prüfer decken Verstöße auf
Eine erweiterte Prüfung durch eine zweite Wirtschaftsprüfungsgesellschaft förderte gravierende Mängel zutage. Demnach haben einzelne Mitarbeiter sowohl gegen interne Richtlinien als auch gegen IFRS-Vorschriften verstoßen. Im Kern geht es um die korrekte Erfassung von Umsatzerlösen sowie die Bewertung von Vorräten in den Geschäftsjahren 2024 und 2025.
Die Konsequenz ist drastisch: Der ursprünglich für den 26. Februar geplante Termin zur Veröffentlichung des Geschäftsberichts ist geplatzt. Wann verlässliche Zahlen vorliegen, bleibt vorerst offen.
Prognose kassiert, Millionen abgeschrieben
Das Management musste die Erwartungen für das abgelaufene Geschäftsjahr 2025 deutlich nach unten korrigieren. Die bereinigte EBITDA-Marge wird nur noch zwischen 16,5 und 17,5 Prozent erwartet – zuvor waren bis zu 19,0 Prozent in Aussicht gestellt worden. Beim bereinigten Ergebnis je Aktie droht ein Rückgang im hohen zweistelligen Prozentbereich, möglicherweise rutscht dieser Wert sogar ins Negative.
Belastend wirken zudem nicht zahlungswirksame Wertminderungen in Höhe von 220 bis 240 Millionen Euro. Diese Abschreibungen betreffen vor allem Technologieprojekte der Sensile Medical AG sowie Vermögenswerte des Werks in Chicago Heights.
Radikaler Umbau eingeleitet
Um die angespannte Finanzsituation zu stabilisieren, greift die Interimsführung unter CEO Uwe Röhrhoff durch. Die US-Tochter Centor, spezialisiert auf Verpackungen für verschreibungspflichtige Medikamente, steht zum Verkauf; Morgan Stanley wurde bereits mandatiert.
Gleichzeitig forciert der Konzern sein Restrukturierungsprogramm "gto". Das Formglaswerk in Chicago Heights wird bis Ende 2026 geschlossen, die Produktion nach Italien und Indien verlagert. Diese Schritte sollen die operative Effizienz steigern und das Working Capital Management verbessern.
Altlasten und Ausblick
Die aktuellen Enthüllungen folgen auf eine im September 2025 eingeleitete Prüfung der Finanzaufsicht BaFin, die bereits Zweifel an der Umsatzrealisierung geweckt hatte. In der Folge mussten der damalige CEO Dietmar Siemssen und CFO Bernd Metzner ihre Posten räumen.
Für das laufende Geschäftsjahr 2026 gibt das neue Management folgende Ziele aus:
* Umsatz: 2,3 bis 2,4 Milliarden Euro
* Bereinigte EBITDA-Marge: 18 bis 19 Prozent
* Free Cash Flow: Moderat positiv
Anleger müssen sich dennoch auf eine Durststrecke einstellen: Gerresheimer erwartet ein schwächeres erstes Halbjahr 2026, bevor eine Stabilisierung des Marktumfelds greifen soll.
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