Die Gerresheimer-Aktie gleicht aktuell einem Trümmerfeld: Bilanzunregelmäßigkeiten, verschobene Zahlen und ein massiver Kursverfall prägen das Bild. Doch inmitten dieser existenzbedrohenden Krise sendet der größte Anteilseigner ein bemerkenswertes Signal. Die US-Investmentbank Goldman Sachs hat ihre direkte Beteiligung ausgebaut, was Anleger nun vor die Frage stellt: Sehen die Amerikaner hier eine historische Kaufchance oder sichern sie lediglich ihren Einfluss für die anstehende Restrukturierung?

Antizyklischer Einstieg

Während der Aktienkurs heute erneut um über 8 Prozent auf rund 19 Euro nachgibt und sich damit nur knapp über dem 52-Wochen-Tief hält, agiert Goldman Sachs gegen den Trend. Wie aus aktuellen Stimmrechtsmitteilungen hervorgeht, haben die Amerikaner ihren direkten Stimmrechtsanteil auf 9,40 Prozent erhöht. Zählt man Finanzinstrumente hinzu, kontrolliert die Bank nun insgesamt 19,25 Prozent am Düsseldorfer Verpackungsspezialisten.

Besonders interessant ist die Struktur dieser Transaktion: Goldman Sachs schichtete von Finanzinstrumenten in direkte Aktien um. Dies deutet oft darauf hin, dass ein Investor sein unmittelbares Stimmgewicht auf der Hauptversammlung stärken möchte – ein logischer Schritt in einer Phase, in der das Unternehmen strategisch neu ausgerichtet wird.

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Bilanzchaos und Wertberichtigungen

Der Hintergrund für den Kurssturz der letzten Monate – die Aktie verlor auf Jahressicht über 76 Prozent an Wert – wiegt schwer. Das Unternehmen musste die für Ende Februar geplante Vorlage des Jahresabschlusses auf unbestimmte Zeit verschieben. Externe Prüfer deckten auf, dass Mitarbeiter gegen interne Richtlinien und IFRS-Vorschriften verstoßen haben, insbesondere bei der Erlöserfassung und der Bewertung von Vorräten.

Die Folgen sind schmerzhaft: Der Konzern erwartet nicht zahlungswirksame Wertminderungen in Höhe von 220 bis 240 Millionen Euro. Betroffen sind vor allem Projekte der Schweizer Tochter Sensile Medical sowie Vermögenswerte in den USA. Operativ reagiert das Management unter Interims-CEO Uwe Röhrhoff bereits drastisch. Das Werk in Chicago Heights wird geschlossen, und für die US-Tochter Centor wurde ein Verkaufsprozess eingeleitet, um die Bilanz zu stabilisieren.

Prognoseabsenkung als Realitätscheck

Die finanziellen Ziele für das abgelaufene Geschäftsjahr 2025 mussten deutlich korrigiert werden. Die EBITDA-Marge wird nun nur noch zwischen 16,5 und 17,5 Prozent erwartet, während der Umsatz am unteren Ende der Erwartungen liegt.

Dass Goldman Sachs genau in diesem Moment des maximalen Pessimismus die Position ausbaut, ist ein starkes Indiz. Es signalisiert, dass der Großaktionär das Transformationsprogramm des neuen Managements stützt und den fundamentalen Wert des Unternehmens höher einschätzt als den aktuellen Börsenwert. Die weitere Kursentwicklung hängt nun maßgeblich davon ab, wann Gerresheimer ein testiertes Zahlenwerk vorlegen kann und welchen Preis der Centor-Verkauf erzielt.

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