Carl Zeiss Meditec Aktie: Software-Launch als Signal?
Carl Zeiss Meditec startet eine cloudbasierte Plattform für vernetzte Augenheilkunde – just zu einem Zeitpunkt, an dem das Unternehmen mit schweren operativen Problemen kämpft. Der Medizintechnikkonzern hat seine Jahresprognose kassiert, die Margen brechen ein und die Produktion muss nach China verlagert werden. Ist der Software-Launch ein Zeichen strategischer Weitsicht oder nur Ablenkung vom Kernproblem?
Neue Digitalplattform für Augenärzte
Am heutigen Montag stellte Carl Zeiss Meditec die browserbasierte Anwendung „ZEISS Collaborative Care" vor. Die Software basiert auf der ZEISS Health Data Platform und soll Augenärzten und Optometristen den sicheren Austausch von Patientendaten ermöglichen – inklusive strukturierter Überweisungen und klinischer Echtzeit-Koordination.
Die Lösung funktioniert sowohl eigenständig als auch als Erweiterung des bestehenden ZEISS FORUM-Systems. Erste Präsentationen sind für den Kongress „100% Optical 2026" in London (28. Februar bis 2. März) und die Vision Expo in Orlando (11. bis 14. März) geplant. Magnus Reibenspiess, Chief Commercial Officer bei ZEISS Medical Technology, betont, die Lösung bringe „Behandlungsteams für eine effizientere Patientenversorgung näher zusammen".
Schwaches erstes Quartal belastet
Der Produktlaunch fällt in eine schwierige Phase. Mitte Februar veröffentlichte Carl Zeiss Meditec die Zahlen für das erste Quartal 2025/26 (Oktober bis Dezember 2025) – und die fielen ernüchternd aus:
Der Umsatz sank um 4,8 Prozent auf 467,0 Millionen Euro. Deutlich härter traf es die Profitabilität: Das EBITA brach um 77 Prozent auf nur noch 8,1 Millionen Euro ein, die EBITA-Marge fiel von 7,2 auf 1,7 Prozent. Unter dem Strich stand ein Verlust je Aktie von minus 0,06 Euro – nach einem Plus von 0,18 Euro im Vorjahr.
Beide strategischen Geschäftseinheiten verzeichneten Rückgänge. Regional zeigte sich die Schwäche besonders deutlich in den Americas mit einem Minus von 12,7 Prozent. Auch der Auftragseingang ging um knapp zehn Prozent zurück.
Jahresprognose kassiert, China-Probleme steigen
Ende Januar hatte das Unternehmen per Ad-hoc-Meldung die Jahresprognose ausgesetzt. Die ursprünglich angepeilten 2,3 Milliarden Euro Umsatz bei einer EBITA-Marge von 12,5 Prozent sind vorerst vom Tisch. Als Gründe nannte Carl Zeiss Meditec den schwachen Jahresstart, gedämpfte Aussichten in den USA und China sowie geopolitische Unsicherheiten.
Eine neue Prognose soll spätestens mit dem Halbjahresbericht am 12. Mai folgen – dann will das Management auch mehr Klarheit über die landesweite volumenbasierte Ausschreibung für Intraokularlinsen in China haben. Dieses VBP-Verfahren bereitet dem Konzern erhebliche Kopfschmerzen: Bifokale Linsen mussten zurückgezogen werden, was im zweiten Quartal voraussichtlich rund acht Millionen Euro Ergebnis kosten wird.
Produktion wird nach China verlagert
China macht rund ein Viertel des Konzernumsatzes aus und bleibt der wichtigste Einzelmarkt. Doch die Lokalisierungsstrategie hinkt hinterher. Interim-CEO Andreas Pecher sprach im Earnings Call Mitte Februar von einer „Phase der Verwundbarkeit", weil die Verlagerung der Fertigung nicht schnell genug vorangetrieben worden sei.
Carl Zeiss Meditec betreibt bereits zwei Produktionsstandorte in Guangzhou und Suzhou. Der Transfer der Produktion für Schlüsselprodukte soll nun innerhalb der nächsten zwei Jahre weitgehend abgeschlossen werden. Bis dahin bleibt das Unternehmen regulatorischen und wettbewerblichen Risiken ausgesetzt – während gleichzeitig Währungseffekte und ein ungünstiger Produktmix die Margen belasten.
Digitalisierung als strategische Antwort
Der Launch von Collaborative Care zeigt, dass Carl Zeiss Meditec über reine Hardware hinausdenken will. Datengetriebene Softwarelösungen im ophthalmologischen Workflow könnten mittelfristig neue Erlösquellen erschließen und die Kundenbindung stärken. Ob diese Digitalstrategie aber ausreicht, um die akuten operativen Probleme zu kompensieren, bleibt offen.
Entscheidend wird sein, wie schnell die Restrukturierungs- und Lokalisierungsmaßnahmen greifen. Der Halbjahresbericht am 12. Mai 2026 dürfte zeigen, ob das Unternehmen den Margendruck in den Griff bekommt – und ob die Investition in digitale Lösungen mehr ist als ein Hoffnungsschimmer in schwierigen Zeiten.
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