Fiserv hat am Montag seine Bücher für das vierte Quartal geöffnet – und die Zahlen fielen besser aus als befürchtet. Nach einem katastrophalen Jahr 2025 mit Führungswechsel, massiven Kursverlusten und einem strategischen Neustart zeigt der Zahlungsdienstleister erste Stabilisierungstendenzen.

Quartalszahlen schlagen Erwartungen

Das Unternehmen aus Milwaukee meldete einen bereinigten Gewinn je Aktie von 1,99 Dollar für das Schlussquartal. Analysten hatten im Schnitt nur 1,90 Dollar auf dem Zettel. Hauptgrund für die positive Überraschung waren geringere Zinsaufwendungen als erwartet.

Beim Umsatz blieb Fiserv mit 4,9 Milliarden Dollar auf Vorjahresniveau. Der bereinigte Gewinn je Aktie liegt dennoch 21 Prozent unter dem Wert des Vorjahresquartals (2,51 Dollar). Dennoch: Nach den Turbulenzen der Vormonate wertete der Markt die Zahlen als Erleichterung. Die Aktie legte rund 5 Prozent zu.

Die Eckdaten im Überblick:
- Bereinigter Gewinn je Aktie: 1,99 Dollar (erwartet: 1,90 Dollar)
- Bereinigter Umsatz: 4,9 Milliarden Dollar (Vorjahr: 4,9 Milliarden Dollar)
- Prognose 2026: 8,00 bis 8,30 Dollar je Aktie (Konsens: 8,19 Dollar)
- Organisches Umsatzwachstum 2026: 1 bis 3 Prozent

CEO spricht von "entscheidenden Schritten"

Chef Mike Lyons betonte in der Telefonkonferenz den Fortschritt im vierten Quartal. Das Unternehmen habe "entscheidende Schritte unternommen und bedeutende Meilensteine erreicht". Konkret verwies er auf solide Unternehmensverkäufe, darunter neue und erweiterte CommerceHub-Verträge mit AT&T.

Fiserv hatte in der Vergangenheit mit aggressiven Preiserhöhungen kurzfristig die Margen gepusht – allerdings auf Kosten der Kundenbeziehungen. Diese Strategie wurde inzwischen teilweise zurückgenommen.

Übergangsjahr 2026 angekündigt

Für das laufende Jahr stellt sich Fiserv auf eine Übergangsphase ein. Die Prognose von 8,00 bis 8,30 Dollar je Aktie liegt leicht unter den Markterwartungen. Das Management plant verstärkte Investitionen in strategische Bereiche, um operative Lücken zu schließen und den Kundenservice zu verbessern.

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Die erste Jahreshälfte dürfte schwierig bleiben. Erst in der zweiten Jahreshälfte rechnet das Unternehmen mit spürbarer Verbesserung bei Umsatzwachstum und Margen.

Hintergrund: Turbulentes Jahr 2025

Das vierte Quartal beendet ein äußerst schwieriges Jahr für Fiserv. Die Aktie verlor 2025 rund 67 Prozent an Wert. Im Mai übernahm Mike Lyons die Führung von Frank Bisignano. Im Oktober folgte der Schock: Nach enttäuschenden Q3-Zahlen brach die Aktie an einem einzigen Tag um 44 Prozent ein.

Die Gründe: Unrealistische Wachstumsprognosen, Kostensenkungen, die den Kundenservice beeinträchtigten, und eine Fokussierung auf kurzfristige Erfolge statt langfristige Kundenbeziehungen. Das Vertrauen der Investoren war massiv beschädigt.

Analysten vorsichtig optimistisch

Truist-Analyst Matthew Coad zeigte sich von der positiven Marktreaktion etwas überrascht. Die Prognose liege im Rahmen der Erwartungen, und das Ausbleiben weiterer negativer Nachrichten zu Preisgestaltungen könne als ermutigendes Zeichen gewertet werden.

Morningstar-Analyst Brett Horn räumte kurzfristige Herausforderungen ein, zeigte sich aber zuversichtlich, dass Fiserv nach Abschluss der Neuausrichtung wieder moderates Wachstum erzielen kann.

Der Zahlendienstleister hat einen ersten Schritt aus der Krise geschafft. Ob daraus eine nachhaltige Trendwende wird, hängt von der Umsetzung der strategischen Neuausrichtung in den kommenden Quartalen ab.

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