Die Sanierung von ABO Energy erreicht heute einen kritischen Meilenstein. Bis zum Tagesende müssen die Anleihegläubiger über zentrale Zugeständnisse abstimmen – ohne ihre Zustimmung droht dem Projektentwickler für erneuerbare Energien die operative Handlungsunfähigkeit. Der Hintergrund: ein erwarteter Rekordverlust von 170 Millionen Euro für 2025.

Gläubiger entscheiden über Überlebensfähigkeit

Seit dem 10. Februar stimmen die Inhaber der 80-Millionen-Euro-Anleihe 2024/2029 über die Änderung der Anleihebedingungen ab. Im Kern geht es um den Verzicht auf die Negativverpflichtungsklausel. Erst diese Zustimmung ermöglicht ABO Energy, Sicherheiten für dringend benötigte Zwischenfinanzierungen laufender Wind- und Solarprojekte zu stellen.

Ohne grünes Licht der Gläubiger kann das Unternehmen keine neuen Kredite für Avale und Projektentwicklung aufnehmen – das operative Geschäft stünde still. Mit den finanzierenden Banken wurde bereits am 23. Januar 2026 eine Stillhaltevereinbarung bis Ende März geschlossen, die Konsortialkredite, bilaterale Darlehen und Schuldscheindarlehen umfasst.

Vom Vorzeigeunternehmen zum Sanierungsfall

Der erste Verlust in der Unternehmensgeschichte hat drei wesentliche Ursachen:

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  • Überzeichnete Wind-an-Land-Auktionen in Deutschland mit deutlich reduzierten Einspeisevergütungen
  • Verschiebung wichtiger Windprojekte ins Geschäftsjahr 2026
  • Erhebliche Sonderabschreibungen aufgrund gesunkener Erwartungen an künftige Vergütungsniveaus

Noch Anfang 2025 hatte das Management einen Überschuss zwischen 29 und 39 Millionen Euro prognostiziert. Die drastische Korrektur vom 15. Januar 2026 offenbarte das ganze Ausmaß der Schieflage.

Transformation zum Betreibermodell als Ausweg

Das Wiesbadener Unternehmen setzt auf ein umfassendes Effizienz- und Transformationsprogramm. Bereits 2026 soll wieder ein positives Konzernjahresergebnis erreicht werden. Parallel treibt das Management die Umstellung auf ein Betreibermodell (IPP – Independent Power Producer) voran. Ein externes CRO-Team begleitet die Restrukturierung.

Als Fundament dient eine Projektpipeline mit rund 30 Gigawatt an Wind-, Solar- und Batterieprojekten. Mehr als ein Drittel dieser Kapazität liegt in den Märkten Deutschland und Frankreich. Ende Januar gelang zudem der Verkauf von drei französischen Solarprojekten mit 85 Megawatt Gesamtkapazität.

Das Abstimmungsergebnis wird unmittelbar nach Fristende erwartet. Sollte das notwendige Quorum von 50 Prozent nicht erreicht werden, müsste eine physische Versammlung einberufen werden – was den Sanierungsprozess verzögern und die bis Ende März geltende Stillhaltevereinbarung gefährden würde. Der geprüfte Jahresabschluss 2025 folgt am 22. Juni 2026.

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