Nach einem Kursverlust von fast 70 Prozent im vergangenen Jahr steht der Zahlungsdienstleister Fiserv massiv unter Zugzwang. Mit einem neuen CEO, einem engagierten aktivistischen Investor und einem umfassenden Konzernumbau soll das Steuer nun herumgerissen werden. Kann der ehrgeizige "One Fiserv"-Plan das Vertrauen der Wall Street zurückgewinnen?

Druck von außen wächst

Die Ungeduld der Anteilseigner hat zuletzt prominente Züge angenommen. Der aktivistische Hedgefonds Jana Partners hat eine Beteiligung von knapp unter einem Prozent (2,2 Millionen Aktien) aufgebaut. Marktbeobachter werten dies als klaren Ruf nach strategischen Korrekturen, um den anhaltenden Abwärtstrend der Aktie zu stoppen, die auch im laufenden Jahr bereits wieder über elf Prozent eingebüßt hat.

Konkret pocht Jana darauf, das Bankgeschäft zu stärken und sich von nicht-strategischen Randbereichen zu trennen. Eine Aufspaltung des Konzerns steht dabei laut Insidern aber nicht zur Debatte. Die Börse honorierte den Einstieg des Hedgefonds am Tag der Bekanntgabe prompt mit einem Kursplus von knapp sieben Prozent auf 63,45 US-Dollar.

"One Fiserv" als Wegweiser

Das Management reagiert auf die Forderungen mit dem bereits Ende vergangenen Jahres angestoßenen "One Fiserv"-Aktionsplan. Im Kern geht es um einen deutlichen Effizienzsprung: Das Unternehmen will seine veralteten Kernbanksysteme von 16 auf fünf Plattformen eindampfen, künstliche Intelligenz durch eine IBM-Partnerschaft integrieren und das lukrative Geschäft mit der Mittelstandsplattform Clover weiter ausbauen.

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Um diesen Umbruch zu lenken, wurde die Führungsetage weitreichend umgebaut. CEO Mike Lyons, der das Ruder im Mai nach dem Wechsel seines Vorgängers in die Politik übernahm, hat unter anderem einen neuen Finanzchef installiert und den Verwaltungsrat mit unabhängigen Köpfen besetzt.

Marge als Achillesferse

Ein Blick auf die jüngsten Geschäftszahlen erklärt die harte Gangart beim Konzernumbau. Zwar stieg der Umsatz 2025 um 3,6 Prozent auf 21,19 Milliarden US-Dollar und der Gewinn kletterte um gut elf Prozent. Doch die operative Marge sank erwartungsgemäß auf 37,4 Prozent, was die anhaltenden Kostenprobleme des Unternehmens unterstreicht.

Das laufende Jahr 2026 deklariert das Management offen als Übergangsjahr. Um strukturelle Lücken zu schließen und in die Technologie-Infrastruktur zu investieren, wird die operative Marge weiter auf rund 34 Prozent gedrückt – im laufenden ersten Quartal kalkuliert Fiserv sogar mit einem Tiefpunkt von unter 30 Prozent. Erst im zweiten Halbjahr rechnet das Unternehmen wieder mit einer leichten Erholung der Profitabilität.

Die erste große Bewährungsprobe für die neue Führungsriege steht unmittelbar bevor: Bereits am kommenden Mittwoch, dem 11. März, sowie auf einer weiteren Branchenkonferenz am 18. März werden CEO Lyons und sein Finanzchef Investoren detaillierte Fortschritte des Umbaus präsentieren. Dabei müssen sie konkrete Antworten liefern, wie schnell die drastischen Einschnitte bei den Kernsystemen greifen und wann sich neue Vorstöße, wie die erst im Februar lancierte Abwicklungsplattform für digitale Vermögenswerte, positiv in der Bilanz niederschlagen.

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