Fiserv nutzt die Retail-Messe NRF 2026 in New York für eine ganze Reihe von Produktneuheiten und Partnerschaften – mit klarem Schwerpunkt auf künstlicher Intelligenz und neuer Führung an der Spitze. Während der Kurs nach einem massiven Einbruch der vergangenen Monate weiter deutlich unter früheren Niveaus notiert, setzt das Management auf technologische Differenzierung und Effizienzgewinne.

Wichtige Punkte im Überblick:

  • Vertiefte strategische KI-Kooperation mit Microsoft
  • Biometrische Zahlungsabwicklung über Clover und Wink
  • Neues Analyse-Tool „Unknown Shopper“ für stationären Handel
  • Erweiterte Partnerschaft mit Mastercard zu „agentic commerce“
  • Umfassende Veränderungen im Vorstand und Aufsichtsrat
  • Aktie rund 66 % unter 52‑Wochen-Hoch, Q4-Zahlen Anfang Februar

KI-Kooperation mit Microsoft

Am 8. Januar hat Fiserv eine strategische Zusammenarbeit mit Microsoft gemeldet, um KI-Innovationen auf den eigenen Plattformen zu beschleunigen. Kern der Partnerschaft ist der Einsatz von Microsoft 365 Copilot in der weltweiten Belegschaft sowie eine ausgeweitete Nutzung von Microsoft Foundry, einer KI-Plattform auf Basis von Azure.

Nach Unternehmensangaben wurden über Foundry bereits mehr als 100 Milliarden Tokens verarbeitet. Zudem setzt Fiserv GitHub Copilot inzwischen bei mehr als 8.000 Softwareentwicklern ein. Die erweiterte Kooperation soll interne Produktivität steigern, Abläufe verschlanken und zusätzliche Erlöspotenziale durch KI-basierte Lösungen für Finanzdienstleister und Händler erschließen.

Clover setzt auf biometrische Zahlungen

Bereits am 7. Januar kündigte Fiserv für seine Händlerplattform Clover eine Integration mit Wink an, einem multimodalen biometrischen Identitäts- und Zahlungssystem. Damit hält Gesichts- und Handflächenerkennung direkt im Clover-Kassensystem Einzug – eine Premiere für die Plattform.

Die Lösung richtet sich an Händler, die reibungslose Bezahlprozesse anbieten wollen. Kunden können Transaktionen per biometrischer Authentifizierung statt mit Karte oder kontaktlosem Bezahlen freigeben.

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„Unknown Shopper“: Neue Einblicke in stationäre Käufe

Auf der NRF stellte Fiserv zudem „Unknown Shopper“ vor, eine neue Analysefunktion, die das Verhalten von Ladenkundschaft auf Basis von Kartentransaktionen im stationären Handel auswertet. Ziel ist es, eine Lücke zu schließen: Bisher hatten Händler oft nur bei Kunden im Loyalty-Programm einen klaren Blick auf Kaufmuster.

Die Lösung baut auf der Zahlungsintelligenz-Plattform von Fiserv auf und nutzt historische Daten aus Milliarden von Transaktionen. Händler in Segmenten wie Einzelhandel, Gastronomie und Tankstellen können damit Kundensegmente anhand realer Ausgabenmuster bilden, statt auf vermutete demografische Merkmale angewiesen zu sein.

Erweiterte Mastercard-Partnerschaft

Anfang Januar haben Fiserv und Mastercard zudem eine Ausweitung ihrer Kooperation bekannt gegeben, um sogenanntes „agentic commerce“ zu unterstützen. Dabei initiieren und schließen KI-Agenten Transaktionen im Namen von Verbrauchern ab. Die Zusammenarbeit soll beide Unternehmen bei Technologien für autonome Zahlungen positionieren.

Neuer Vorstand und Aufsichtsrat

Die Innovationsoffensive fällt in eine Phase deutlicher Veränderungen in der Unternehmensführung. Seit 1. Januar ist Gordon Nixon unabhängiger Chairman des Boards und folgt damit auf Doyle Simons. Gary Shedlin übernimmt den Vorsitz des Prüfungsausschusses, Céline Dufétel rückt als unabhängige Direktorin ins Gremium.

Bereits im Dezember 2025 wurden Takis Georgakopoulos und Dhivya Suryadevara zu Co-Präsidenten ernannt. Paul Todd übernahm die Rolle des Chief Financial Officer.

Kursentwicklung und Erwartungen

Die Aktie hat in den vergangenen zwölf Monaten rund 66 % verloren und lag zuletzt bei etwa 69,85 US‑Dollar. Der Rückgang folgte insbesondere auf die Zahlen zum dritten Quartal 2025 im Oktober, als der Titel nach schwächer als erwarteter Prognose und der Ankündigung der Neuaufstellung im Board um mehr als 44 % einbrach. Vor einem Jahr lag das 52‑Wochen-Hoch noch bei 238,59 US‑Dollar.

Das aktuelle Analystenkonsensrating lautet „Hold“. Von 36 Analysten empfehlen 10 den Wert zum Kauf, 23 stufen ihn mit Halten ein, 3 mit Verkaufen. Die durchschnittlichen Zwölfmonatskursziele liegen in einer Spanne von rund 86 bis 114 US‑Dollar und signalisieren damit aus Sicht der Analysten ein gewisses Aufwärtspotenzial gegenüber dem aktuellen Kurs.

Für den 4. Februar 2026 wird der Bericht zu den Q4‑Zahlen 2025 erwartet. Analysten prognostizieren einen Gewinn je Aktie von 1,92 US‑Dollar nach 2,51 US‑Dollar im Vorjahresquartal. Für das Gesamtjahr 2025 liegen die Schätzungen bei 8,66 US‑Dollar je Aktie. Fiserv präsentierte seine Lösungen auf der NRF 2026 bis heute am Stand 5451 im Jacob K. Javits Convention Center – die kommenden Quartalszahlen werden zeigen, wie stark sich die umfangreichen KI- und Produktinitiativen mittelfristig auch in den Finanzkennzahlen niederschlagen.

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