Fiserv setzt verstärkt auf KI-gesteuerte Bezahlprozesse und holt sich dafür gleichzeitig Visa und Mastercard an Bord. An der Börse spiegelt sich dieser strategische Kurswechsel bislang jedoch kaum wider: Die Aktie notiert in der Nähe von Mehrjahrestiefs, trotz wachsender Rolle im Bereich „agentic commerce“. Wie gut passt die ambitionierte Positionierung zur aktuellen Geschäftsentwicklung?

Verhaltener Jahresausklang im US-Kleinhandel

Fiserv hat gestern den neuesten Small Business Index veröffentlicht. Die Daten zeigen: US-Kleinbetriebe haben die Feiertagssaison 2025 mit leichtem Wachstum abgeschlossen.

Wesentliche Kennzahlen des Dezember-Berichts:

  • Indexstand (saisonbereinigt): 144
  • Umsatzwachstum gegenüber Vorjahr: +1,6 %
  • Veränderung gegenüber Vormonat: +0,8 %
  • Transaktionsvolumen: unverändert gegenüber November

Das Umsatzplus resultierte vor allem aus höheren durchschnittlichen Belegbeträgen, nicht aus mehr Transaktionen. Regional stützten vor allem Kalifornien (+1,6 % zum Vormonat) und Texas (+1,1 %) die Entwicklung. Rückgänge verzeichneten unter anderem New York (-0,5 %), Colorado (-1,5 %) und Pennsylvania (-0,2 %).

Doppelstrategie mit Visa und Mastercard

Visa: Trusted Agent Protocol für automatisierten Handel

Parallel zu den Indexdaten meldete Fiserv eine vertiefte Zusammenarbeit mit Visa. Ziel ist die Einführung von „Visa Intelligent Commerce“ und die Ausrollung des Trusted Agent Protocol über das gesamte Händlernetzwerk.

Der Fokus liegt auf:

  • Authentifizierung von KI-Agenten im Zahlungsverkehr
  • Absicherung automatisierter Transaktionen
  • Trennung vertrauenswürdiger Agenten von schädlichen Bots in agentengesteuerten Commerce-Szenarien

Laut Sanjay Saraf, SVP und Global Chief Product Officer für Merchant Solutions, sollen Händler auf der Clover-Plattform sowie angebundene ISVs und ISOs Werkzeuge erhalten, um agentic commerce zu nutzen, ohne Kompromisse bei Vertrauen und Sicherheit einzugehen.

Mastercard: Integration des Agent Pay Frameworks

Gleichzeitig erweitert Fiserv die Kooperation mit Mastercard. Das Unternehmen zählt zu den ersten großen Zahlungsabwicklern, die das Agent Pay Acceptance Framework in größerem Umfang einsetzen.

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Die Integration umfasst:

  • Network-Token-Anfragen im Namen der Händler
  • Nutzung der Secure Card on File-Lösung von Mastercard
  • Starke Authentifizierung und Betrugsprävention bei KI-Agent-Transaktionen
  • Skalierbare Governance-Strukturen für autonome Zahlungen

Damit verankert Fiserv KI-gesteuerte Zahlungsprozesse direkt in die Infrastruktur zweier globaler Karten-Netzwerke.

Aktie nach historischer Korrektur

An der Börse bleibt der Druck hoch. Nach einem sehr schwachen Jahr 2025 liegt die Fiserv-Aktie seit Jahresbeginn rund 66 % im Minus. Der Kurs bewegt sich derzeit um 68 US-Dollar und damit deutlich unter dem 52-Wochen-Hoch von 238,59 US-Dollar.

Der Einbruch folgte auf die Zahlen zum dritten Quartal 2025 Ende Oktober, die laut Berichten zum schlechtesten Handelstag der Unternehmensgeschichte führten. Operativ fiel das Bild weniger extrem aus:

  • GAAP-Umsatzwachstum Q3: +1 %
  • GAAP-Umsatzwachstum seit Jahresbeginn: +5 %
  • GAAP-EPS-Wachstum im Quartal: +49 %

Analyst Mizuho hält an der Einstufung „Outperform“ fest, hat das Kursziel zuletzt jedoch von 110 auf 100 US-Dollar gesenkt.

Positionierung im KI-Zahlungsverkehr

Mit dem Fokus auf agentic commerce setzt Fiserv klar auf KI-gestützte Bezahlprozesse als nächsten Entwicklungsschritt im Zahlungsverkehr. Die parallele Anbindung von Visa und Mastercard soll die eigene Händlerbasis – darunter rund 2 Millionen US-Kleinbetriebe auf der Clover-Plattform – zu einem zentralen Baustein für KI-basierte Transaktionen machen.

Die Marktkapitalisierung liegt aktuell bei rund 37,3 Milliarden US-Dollar. 36 Analysten begleiten den Wert, das Konsensrating lautet „Hold“. Der nächste wichtige Belastungstest für die strategische Neuausrichtung folgt mit der Quartalsvorlage am 10. Februar 2026.

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