RWE muss gleich an zwei Fronten liefern: In Deutschland erhöht das Bundeskartellamt den Druck – international treibt der Konzern Offshore-Projekte voran. Kurz vor den Jahreszahlen am 12. März verdichtet sich damit die zentrale Frage: Wie gut passt der Expansionskurs zu einem strengeren regulatorischen Umfeld im Heimatmarkt?

Bundeskartellamt sieht höhere Marktmacht

Das Bundeskartellamt stuft RWEs Marktmacht im deutschen Strommarkt als deutlich gestiegen ein. Im sechsten Marktmachtbericht schaut die Behörde darauf, wie oft ein Erzeuger „pivotal“ ist – also unverzichtbar, um die Stromnachfrage zu decken. Als wahrscheinlich marktbeherrschend gilt ein Unternehmen, wenn es in mehr als 5% der Jahresstunden als unverzichtbar eingestuft wird.

Genau hier wird es für RWE heikel: Der Pivotal-Anteil lag laut Bericht zwischen 4,3% und 11,1% – und überschreitet damit die relevante Schwelle in der Bewertung des Kartellamts. Der Treiber ist laut Bericht nicht der Ausbau neuer Kraftwerke, sondern der Wegfall alter Kapazitäten, vor allem durch das Ausscheiden von Kohlekraftwerken.

Behördenchef Andreas Mundt brachte als mögliche Konsequenz eine Begrenzung von Zuschlägen ins Spiel. Das wäre ein Szenario, das RWEs Pläne im deutschen Gassektor treffen könnte.

Offshore-Schub in Großbritannien – Partner spielen mit

Während die Regulierungsdebatte in Deutschland an Schärfe gewinnt, setzt RWE in Großbritannien ein deutliches Signal: Für das Offshore-Projekt Norfolk Vanguard West vergab der Konzern einen festen Turbinenauftrag an Vestas. Geplant sind 92 Anlagen des Typs V236-15,0 MW. Ab 2029 sollen sie Strom für rund 1,5 Millionen Haushalte liefern.

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Möglich wurde der nächste Schritt, nachdem RWE in der britischen Allocation Round 7 einen Contract for Difference (CfD) gesichert hatte. Hinterlegt ist der CfD mit 91,20 GBP/MWh. Die finale Investitionsentscheidung soll im Sommer 2026 fallen, die Inbetriebnahme ist für 2029 vorgesehen.

Zur Kapitalstruktur passt außerdem der Einstieg von KKR, das 50% an den Norfolk-Vanguard-Projekten hält. RWE unterstreicht damit die „Capital-Light“-Ausrichtung über Partnerschaften. Eine Non-Recourse-Projektfinanzierung läuft, der Abschluss wird noch in diesem Jahr erwartet.

Investitionen, Dividende – und ein Termin mit Signalwirkung

Strategisch bleibt der Investitionsrahmen groß, aber reduziert: Für 2025 bis 2030 plant RWE rund 35 Mrd. Euro – etwa 10 Mrd. Euro weniger als ursprünglich vorgesehen. Parallel steht die vorgeschlagene Dividende von 1,20 Euro je Aktie im Raum; die Hauptversammlung zur Genehmigung ist für den 30. April angesetzt.

An der Börse zeigt sich zuletzt eher eine Verschnaufpause als ein Trendbruch: Mit 53,60 Euro liegt die Aktie heute nahe am jüngsten 52‑Wochen-Hoch von 54,82 Euro (Abstand: -2,23%), nachdem sie seit Jahresanfang bereits 14,41% zugelegt hat.

Der nächste klare Prüfstein ist der 12. März: Dann legt RWE die Ergebnisse für 2025 vor – und wird auch daran gemessen, wie der Vorstand die verschärfte Gangart des Kartellamts einordnet und ob der Konzern seinen Kurs zwischen Expansion und finanzieller Disziplin überzeugend erklärt.

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