Vor exakt einem Jahr tobte ein Übernahmekrimi, der den Kurs des Hamburger Wirkstoffforschers in die Höhe trieb. Heute ist von dieser Euphorie nichts mehr übrig: Die einstige "Übernahmeprämie" hat sich vollständig in Luft aufgelöst. Statt auf den großen Exit durch einen Aufkauf müssen Anleger nun auf die mühsame operative Wende hoffen. Doch reicht die Kraft des Unternehmens für ein Comeback aus eigener Substanz oder droht ein weiterer Rutsch?

Zurück in der Realität

Der Markt bewertet das Unternehmen im November 2025 wieder brutal ehrlich: rein fundamental. Ohne den Schutzschild potenzieller Aufkäufer ringt das Papier mit der psychologisch wichtigen Marke von 6 Euro. Zum Wochenausklang notiert die Aktie bei 5,81 Euro und sucht sichtlich nach Stabilität. Der Abstand zum erst kürzlich markierten 52-Wochen-Tief bei 5,12 Euro ist zwar vorhanden, aber ein komfortables Sicherheitspolster sieht anders aus.

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Der Kontrast zur Situation vor zwölf Monaten könnte kaum schärfer sein:

  • November 2024: Ein Übernahmeangebot von Halozyme über 11,00 Euro und der Einstieg des Investors Triton beflügelten die Fantasie.
  • November 2025: Das Angebot ist längst vom Tisch, der Kurs hat sich fast halbiert und der Fokus liegt zwangsweise auf Kosteneffizienz und Strategieanpassungen.

Keine Kurspflege: Das Rückkauf-Signal

Mitten in dieser Bodenbildungsphase startete der Vorstand ein Aktienrückkaufprogramm. Doch wer hier auf massive Kurspflege hofft, wird enttäuscht. Mit einem maximalen Volumen von 3 Millionen Euro bis zum 17. Dezember geht es hier nicht um eine signifikante Kapitalherabsetzung.

Der Zweck ist rein operativer Natur: Die zurückgekauften Anteile dienen der Bedienung von Mitarbeiterprogrammen. Es ist ein technischer Vorgang, um eine Verwässerung zu verhindern, keine aggressive Marktintervention, die den Kurs nachhaltig treiben könnte.

Operativer Lichtblick: Millionen von BMS

Viel entscheidender für das langfristige Überleben als interne Finanzkosmetik ist das operative Geschäft. Hier sendete der Partner Bristol Myers Squibb (BMS) Mitte November ein wichtiges Lebenszeichen. Das Erreichen neuer programmbasierter Meilensteine löste eine Zahlung an die Hamburger aus.

Solche Nachrichten sind für die Bewertung essenziell: Sie validieren die Forschungsplattform und zeigen, dass die Strategie der "Shared R&D" trotz aller Turbulenzen und dem laufenden "Priority Reset"-Programm noch Früchte trägt. Ohne diese regelmäßigen Erfolgsmeldungen wäre die aktuelle Bewertung kaum zu rechtfertigen.

Kampfzone Chart: Alles oder Nichts?

Technisch bleibt die Lage äußerst fragil. Das geringe Handelsvolumen auf Xetra deutet darauf hin, dass institutionelle Anleger derzeit an der Seitenlinie verharren. Die Aktie steckt im Niemandsland zwischen dem massiven Widerstand bei 6,00 Euro und der gefährlichen Absturzkante.

Zwar konnte das Papier auf Wochensicht rund 11 % zulegen, doch im größeren Bild dominiert weiterhin der Abwärtstrend. Die Botschaft ist klar: Die Zeit der Spekulation ist vorbei. Evotec muss nun beweisen, dass die Profitabilität auch ohne Übernahmephantasien zurückkehren kann.

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