Das Strategie-Update „Horizon" hat Evotec im März einen der schwersten Kursverluste im TecDAX eingebrockt — minus 22,71 Prozent in einer einzigen Woche. Wer jedoch hinter die Gesamtzahlen schaut, entdeckt ein Unternehmen mit zwei grundverschiedenen Geschäftsrealitäten.

Zwei Segmente, zwei Welten

Das Kerngeschäft Discovery & Preclinical Development schwächelt deutlich: Die vorläufigen Erlöse für 2025 liegen bei rund 529 Millionen Euro, ein Rückgang von 13 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das bereinigte EBITDA dieses Segments fiel mit etwa minus 12 Millionen Euro ins Negative.

Die Tochtergesellschaft Just – Evotec Biologics (JEB) erzählt eine andere Geschichte. Mit vorläufigen Erlösen von rund 259 Millionen Euro legte das Segment um 40 Prozent zu und steuerte einen bereinigten EBITDA-Beitrag von rund 53 Millionen Euro bei. Zusätzlichen Rückenwind lieferte zuletzt ein neuer Grant der Gates Foundation für die molekulare Design-Technologiesuite J.MD™ — zehn Projekte über drei Jahre, mit Fokus auf erschwinglichere Biotherapeutika für globale Gesundheitsindikationen.

Horizon: Konsolidierung auf Kosten der Breite

Das am 10. März 2026 vorgestellte Transformationsprogramm „Horizon" setzt auf einen deutlich kleineren Fußabdruck. Die Standorte wurden bereits von 19 auf 14 reduziert, bis 2027 sollen es nur noch 10 sein. Rund 800 Stellen fallen weg. Bis Ende 2027 peilt Evotec Run-Rate-Einsparungen von 75 Millionen Euro an — allerdings bei Restrukturierungskosten von rund 100 Millionen Euro in bar über die Jahre 2026 bis 2028.

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Frühere Sparrunden liefen besser als geplant: Statt der angekündigten 40 Millionen Euro wurden bis Ende 2025 mehr als 60 Millionen Euro eingespart.

Mittelfristiger Rahmen bleibt ambitioniert

Für 2026 erwartet Evotec Konzernerlöse zwischen 700 und 780 Millionen Euro bei einem bereinigten EBITDA von 0 bis 40 Millionen Euro — ein klares Übergangsjahr. Bis 2030 sollen die Erlöse die Milliarden-Marke überschreiten, die bereinigte EBITDA-Marge soll 2028 die 20-Prozent-Schwelle erreichen. Treiber dieser Entwicklung sollen vor allem die margenstarken Erlösströme aus dem Biologics-Segment sein.

Die Aktie notiert mit einem Abstand von fast 50 Prozent zum 52-Wochen-Hoch und liegt auch deutlich unter ihren gleitenden Durchschnittswerten — der Markt preist erhebliche Unsicherheit ein. Ob das Biologics-Wachstum die anhaltende Schwäche im Discovery-Geschäft strukturell ausgleichen kann, werden die finalen Jahresergebnisse am 8. April 2026 konkreter beleuchten.

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