Evonik hat seine Jahreszahlen für 2025 vorgelegt und gleichzeitig eine Preiserhöhung für sein Schlüsselprodukt MetAMINO® angekündigt. Das Bild, das der Spezialchemiekonzern dabei zeichnet, ist eindeutig: Das Management setzt konsequent auf Margenverbesserung – auch wenn das Wachstum vorerst ausbleibt.

Zahlen 2025: Gewinnziel erreicht, Umsatz rückläufig

Das bereinigte EBITDA lag mit 1,87 Milliarden Euro im Rahmen der eigenen Prognose. Der Nettogewinn stieg auf 265 Millionen Euro, nach 222 Millionen Euro im Vorjahr. Auf der anderen Seite sank der Umsatz um 7 Prozent auf 14,1 Milliarden Euro – ein Spiegelbild des anhaltenden Gegenwinds durch hohe Energiepreise, Konjunkturflaute und globale Überkapazitäten.

Besonders ins Auge fällt der Return on Capital Employed von lediglich 6,1 Prozent. Das mittelfristige Ziel liegt bei 11 Prozent – und verdeutlicht, wie viel Weg noch vor dem Konzern liegt.

MetAMINO®, Dividende und Stellenabbau

Um die Margen zu stützen, erhöhte Evonik Anfang März den Nettopreis für MetAMINO® sofort um 10 Prozent – weltweit und für alle Märkte. Das Segment Advanced Technologies, das 2025 rund 5,9 Milliarden Euro Umsatz erzielte, aber eine sinkende EBITDA-Marge von 15,8 Prozent verzeichnete, soll davon direkt profitieren. Ob sich die Erhöhung im Umfeld globaler Überkapazitäten vollständig durchsetzen lässt, werden die Q1-Zahlen am 8. Mai zeigen.

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Parallel dazu passt Evonik seine Dividendenpolitik an. Für 2025 schlägt der Vorstand eine Ausschüttung von 1,00 Euro je Aktie vor – gegenüber zuletzt 1,17 Euro ein Rückgang, der aber einer Dividendenrendite von rund 7 Prozent entspricht. Ab dem Geschäftsjahr 2026 soll die Ausschüttungsquote flexibel zwischen 40 und 60 Prozent des bereinigten Konzernergebnisses liegen.

Das laufende Transformationsprogramm „Evonik Tailor Made" soll nach Abschluss 2026 jährliche Einsparungen von rund 400 Millionen Euro bringen. Rund 2.000 Stellen werden weltweit gestrichen, davon etwa 1.500 in Deutschland. Zudem bleibt die Position des Finanzvorstands weiterhin unbesetzt – ein offener Punkt, der intern wie extern Aufmerksamkeit auf sich zieht.

Ausblick mit Fragezeichen

Für 2026 erwartet Evonik ein bereinigtes EBITDA zwischen 1,7 und 2,0 Milliarden Euro bei einem Umsatz von 13,5 bis 14,5 Milliarden Euro – beide Spannen liegen unter dem Vorjahresniveau. Die breite Zielspanne beim EBITDA spiegelt die Unsicherheiten wider, mit denen die gesamte Chemiebranche derzeit kämpft.

Charttechnisch hat die Aktie zuletzt die 50-Tage-Linie nach oben gekreuzt und notiert aktuell bei 14,10 Euro – knapp über diesem gleitenden Durchschnitt. Der RSI von 15,8 deutet auf eine stark überverkaufte Situation hin, während der Kurs noch rund 6 Prozent unter dem 200-Tage-Durchschnitt liegt. Der entscheidende Prüfstein für die Aktie ist der 8. Mai: Dann legt Evonik seine Q1-Zahlen vor und zeigt, ob die eingeleiteten Maßnahmen bereits erste messbare Wirkung entfalten.

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