Evonik lieferte die versprochenen Gewinne, doch die Anleger danken es nicht. Statt Applaus gab es nach der Vorlage der Jahreszahlen einen deutlichen Abverkauf. Der Grund für die schlechte Stimmung liegt nicht im operativen Ergebnis, sondern in einer schmerzhaften Dividendenkürzung und einem weiterhin schwächelnden Umsatz.

Licht und Schatten in der Bilanz

Zwar erfüllte der Spezialchemiekonzern mit einem bereinigten EBITDA von 1,87 Milliarden Euro exakt die eigene Prognose. Auch das Konzernergebnis konnte im Vergleich zum Vorjahr auf 265 Millionen Euro gesteigert werden. Doch der Blick auf die Einnahmenseite offenbart die Probleme: Der Umsatz sank 2025 um 7 Prozent auf 14,1 Milliarden Euro.

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Die anhaltende Nachfrageschwäche in der Chemiebranche fordert ihren Tribut. Hohe Energiepreise und globale Überkapazitäten verhindern derzeit eine dynamische Erholung des Top-Line-Wachstums.

Neue Dividendenpolitik sorgt für Frust

Besonders kritisch reagierten Investoren auf die überarbeitete Ausschüttungsstrategie. Der Vorstand schlägt für das abgelaufene Geschäftsjahr nur noch eine Dividende von 1,00 Euro je Aktie vor – ein spürbarer Rückgang gegenüber den 1,17 Euro des Vorjahres.

Um die finanzielle Flexibilität zu erhöhen, soll die Ausschüttungsquote künftig zwischen 40 und 60 Prozent des bereinigten Konzernergebnisses liegen. Was das Management als notwendige Anpassung verkauft, werten Marktteilnehmer als unattraktives Signal in einem ohnehin schwierigen Umfeld.

Aktie unter Verkaufsdruck

Der Kapitalmarkt reagierte prompt auf die Mischung aus Umsatzschwund und gekürzter Dividende. Auf Wochensicht verlor der Titel über 7 Prozent und notiert aktuell bei nur noch 13,69 Euro. Mit einem RSI von 15,8 ist die Aktie inzwischen technisch stark überverkauft, was die Intensität des jüngsten Abverkaufs unterstreicht. Vom 52-Wochen-Hoch bei 22,26 Euro hat sich der Kurs damit fast 40 Prozent entfernt.

Unsicherheit prägt den Ausblick

Für das laufende Geschäftsjahr 2026 bleibt die Sicht neblig. Evonik prognostiziert ein bereinigtes EBITDA zwischen 1,7 und 2,0 Milliarden Euro. Diese breite Spanne verdeutlicht die geringe Vorhersehbarkeit der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen.

Hoffnungsträger bleibt das Sparprogramm „Evonik Tailor Made“. Durch den Abbau von weltweit bis zu 2.000 Stellen sollen nach Abschluss im Jahr 2026 jährliche Einsparungen von rund 400 Millionen Euro realisiert werden. Zudem könnte eine mögliche Rückerstattung von US-Zöllen einen kleinen, positiven Einmaleffekt im niedrigen zweistelligen Millionenbereich bringen.

Die erfolgreiche Kostendisziplin wird derzeit von der Enttäuschung über die Dividende überschattet. Entscheidend für die weitere Kursentwicklung wird sein, ob das Sparprogramm schnell genug greift, um die Margen trotz schwacher Konjunktur zu stützen. Die Aktionäre werden spätestens auf der Hauptversammlung am 3. Juni 2026 über die neue Dividendenpolitik abstimmen.

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