Evonik Aktie: Muss umdenken?
Evonik liefert beim Gewinn wie angekündigt – und sorgt trotzdem für lange Gesichter. Denn gleichzeitig kappt der Konzern den Umsatzausblick für 2026 und kürzt die Dividende. Genau dieser Mix aus „Ziel erreicht, aber Erwartungen gedämpft“ erklärt, warum der Berichtstag für Anleger kein Selbstläufer war.
2025 solide beim Gewinn, schwächer beim Umsatz
Die finalen Zahlen für 2025 bestätigen die bereits im Februar vorgelegten Vorabdaten: Evonik kam beim bereinigten EBITDA auf 1,87 Mrd. Euro und traf damit die eigene Zielmarke von rund 1,9 Mrd. Euro.
Auf der Umsatzseite zeigte sich dagegen Gegenwind. Die Erlöse sanken um 7% auf 14,1 Mrd. Euro. Unterm Strich stieg der Nettogewinn auf 265 Mio. Euro (nach 222 Mio. Euro), während der Free Cashflow auf 695 Mio. Euro zurückging (nach 873 Mio. Euro). In den Segmenten blieb der Ton ähnlich: Custom Solutions litt unter niedrigeren Volumina und Währungseffekten, Advanced Technologies unter niedrigeren Verkaufspreisen und ebenfalls Währungseffekten.
Auch der Blick auf die Kapitalrendite macht klar, wie viel Arbeit noch vor Evonik liegt: Der ROCE lag 2025 bei 6,1% (nach 7,1% in 2024), mittelfristig sind 11% das Ziel.
2026: Weniger Umsatz – EBITDA-Ziel bleibt
Das wichtigste Signal im Ausblick: Evonik hat die Umsatzprognose für 2026 deutlich nach unten angepasst. Statt 14 bis 15 Mrd. Euro rechnet der Konzern jetzt mit 13,5 bis 14,5 Mrd. Euro – rund 500 Mio. Euro weniger am Mittelpunkt der Spanne.
Gleichzeitig hält Evonik an der bereinigten EBITDA-Guidance von 1,7 bis 2,0 Mrd. Euro fest. Was sagt das über die Lage aus? Vor allem, dass der Konzern die Ertragsseite trotz niedrigerer Erlöse stabilisieren will – etwa über Effizienz und Kostenkontrolle.
Dividende und Umbau: Mehr Flexibilität, weniger Kontinuität
Beim Thema Ausschüttung setzt Evonik künftig stärker auf Spielraum: Die Dividende soll künftig bei 40 bis 60% des bereinigten Konzernergebnisses liegen, erstmals angewendet auf den Bilanzgewinn 2026.
Für 2025 will der Vorstand der Hauptversammlung am 3. Juni 2026 als Übergang 1,00 Euro je Aktie vorschlagen – nach zuletzt 1,17 Euro. Am Markt kommt das in einer Phase, in der der Titel ohnehin angeschlagen wirkt: Heute notiert die Aktie bei 14,01 Euro, in den letzten 12 Monaten steht ein Minus von 32,97% zu Buche.
Parallel läuft das Effizienzprogramm „Evonik Tailor Made“ weiter. Es soll 2026 abgeschlossen werden und jährlich rund 400 Mio. Euro einsparen. Ein großer Teil hängt am Personal: Bis zu 2.000 Stellen sollen weltweit wegfallen, davon rund 1.500 in Deutschland.
Zum Umfeld: In der Branche belasten laut Unternehmen unter anderem hohe Energiepreise, Konjunkturflaute, US-Zölle und globale Überkapazitäten. Zudem sind die Tarifverhandlungen in der Chemie- und Pharmaindustrie bisher ohne Ergebnis; die nächste Runde ist für den 24. und 25. März angesetzt. Die seit September 2025 vakante CFO-Position soll bis zur Hauptversammlung 2026 besetzt werden.
Im Kalender stehen nach dem Jahresbericht am 8. Mai die Quartalsmitteilung für Q1 2026 und am 3. Juni die Hauptversammlung an – dort werden Dividendenhöhe und die überarbeitete Dividendenstrategie zentral sein.
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