Evonik startet mit wenig Rückenwind ins Jahr 2026. Neue Konsensschätzungen für das Schlussquartal 2025 signalisieren rückläufige Gewinne, während der gesamte europäische Chemiesektor unter strukturellem Druck steht. Die Aktie notiert inzwischen am 52‑Wochentief – kein Zufall, sondern Spiegel der verhaltenen Erwartungen.

Die Fakten im Überblick

Die heute veröffentlichten Vara-Konsensschätzungen für 2025 zeichnen ein klares Bild eines schwierigen Umfelds:

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  • Umsatz 2025: 14,0 Mrd. Euro (Vorjahr: 15,2 Mrd. Euro), etwa -7,6 %
  • Bereinigtes EBITDA: 1,88 Mrd. Euro (Vorjahr: 2,07 Mrd. Euro), rund -9 %
  • Bereinigter Gewinn je Aktie: 1,26 Euro (Vorjahr: 1,67 Euro), Rückgang um 25 %
  • Erwarteter Q4-Umsatz 2025: 3,33 Mrd. Euro (Vorjahresquartal: 3,60 Mrd. Euro)
  • Erwartetes bereinigtes Q4-EBITDA: 362 Mio. Euro

An der Börse schlägt sich das in einem deutlich gedrückten Kursniveau nieder. Mit 12,80 Euro markiert die Aktie heute ihr 52‑Wochentief und liegt damit rund 42 % unter dem Hoch vom März 2025. Seit Jahresbeginn ergibt sich ein Minus von knapp 4 %.

Branchendruck belastet zusätzlich

Die schwächeren Schätzungen treffen auf einen ohnehin angeschlagenen Chemiesektor in Europa. Laut Barclays-Analyst Alex Sloane ist 2026 branchenweit mit:

  • schwachen Absatzvolumina,
  • anhaltend negativen Preistrends und
  • fragilen Endmärkten

zu rechnen. Der Sektorindex Stoxx Europe 600 Chemicals hat sich zuletzt unterdurchschnittlich entwickelt – ein Hinweis darauf, dass Investoren die Risiken breit einpreisen.

Mehrere strukturelle Faktoren setzen die Margen unter Druck:

  • Geringe Kapazitätsauslastung nahe historischen Tiefstständen
  • Preisbelastung durch hohe chinesische Exporte
  • Schwache Endmärkte wie Bau, Beschichtungen und Klebstoffe
  • Die Immobilienkrise in China als Bremse für die Nachfrage

In diesem Umfeld ist es für Evonik schwieriger, Preise durchzusetzen und Volumina zu steigern. Dass der Kurs mit einem RSI von 15,8 deutlich im überverkauften Bereich liegt, unterstreicht die derzeit sehr pessimistische Stimmung.

Analysten werden vorsichtiger

Auch von Analystenseite kommen eher zurückhaltende Signale. Anfang Januar stufte Berenberg die Aktie auf „Sell“ ab und setzte das Kursziel auf 11,60 Euro herab. Begründung: Der zunehmende Wettbewerbsdruck und anhaltende Produktpreisherausforderungen erschweren es aus Sicht der Bank, die ab 2026 erwarteten Gewinne zu erreichen.

Andere Häuser wie JP Morgan, Barclays und UBS bleiben bei neutralen Einstufungen. Im Durchschnitt lautet der Konsens von 14 Analysten aktuell „Hold“, mit einem mittleren Kursziel von 14,89 Euro – rund 14 % über dem heutigen Kursniveau. Die Abfolge von Herabstufungen in den vergangenen Monaten zeigt jedoch, dass der Optimismus deutlich nachgelassen hat.

Ausblick auf die nächsten Termine

Wirklich neue Klarheit dürfte es mit den konkreten Zahlen geben. Die Veröffentlichung der Q4-Ergebnisse ist für den 3. März 2026 geplant, der vollständige Jahresbericht folgt am 4. März 2026. Entscheidend wird sein, ob Evonik die aktuell schwachen Erwartungen bestätigt, unterschreitet oder eine erste Perspektive auf eine Stabilisierung 2026 liefern kann – davon dürfte wesentlich abhängen, ob der jüngste Rutsch ans 52‑Wochentief eine längere Schwächephase einleitet oder als Ausgangspunkt für eine Erholung dient.

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