Die Hoffnungen auf eine schnelle Erholung der Chemiebranche haben am heutigen Freitag einen herben Dämpfer erhalten. Statt einer operativen Wende im Jahr 2026 dominieren erneut Skepsis und Warnungen vor strukturellen Problemen. Besonders zwei Schwergewichte der Finanzwelt, JPMorgan und Barclays, sehen derzeit wenig Licht am Ende des Tunnels und identifizieren konkrete Risiken, die den Kurs belasten.

  • China-Risiko: JPMorgan warnt vor wachsender Konkurrenz und Preisdruck durch Überkapazitäten in Fernost.
  • Trübe Aussichten: Barclays prognostiziert auch für das laufende Jahr schwache Absatzvolumina und fragile Märkte.
  • Chart-Alarm: Der Kurs nähert sich bedrohlich dem 52-Wochen-Tief.

Strukturelle Probleme statt Erholung

Verantwortlich für die gedrückte Stimmung sind aktuelle Studien, die tiefgreifende Probleme im Geschäftsmodell der Spezialchemie-Konzerne offenlegen. Analyst Chetan Udeshi von JPMorgan belässt seine Einstufung zwar auf "Neutral", liefert jedoch eine pessimistische Begründung, die Investoren aufhorchen lässt: Das massive Überangebot aus China drückt auf die Margen.

Konkret verweist der Experte auf neue Kapazitäten für die Aminosäure Methionin in China. Da der Markt hier bereits gesättigt ist, droht Evonik weiterer Preisdruck. Die Hoffnung, dass die chinesische Politik ("Anti-Involution") diese Überkapazitäten effektiv eindämmt, bewertet Udeshi als unsicher. Bisher fehlen Belege für eine greifbare Wirkung dieser Maßnahmen.

Ins gleiche Horn stößt Barclays-Analyst Alex Sloane. Er zeichnet ein düsteres Bild für 2026 und erwartet eine träge Preisentwicklung gepaart mit mauen Absatzvolumina. Die operative Talsohle scheint demnach noch nicht durchschritten zu sein.

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Aktie nähert sich kritischer Zone

Diese fundamentalen Bedenken schlagen sich direkt im Kurs nieder. Die Aktie notiert aktuell bei nur noch 13,16 Euro und hat sich damit deutlich vom Schlusskurs des Vortages (13,50 Euro) entfernt. Der Blick auf die langfristige Entwicklung offenbart die Schwere der Lage: Auf Sicht von 12 Monaten steht ein Minus von rund 23,80 Prozent zu Buche.

Der gesamte europäische Chemiesektor steht unter Druck, doch Evonik trifft es charttechnisch in einer empfindlichen Phase. Der Abstand zum 52-Wochen-Tief bei 12,83 Euro ist auf wenige Prozent zusammengeschmolzen. Sollte diese Unterstützung fallen, droht eine Ausweitung der Korrektur.

Einzig der "Relative Strength Index" (RSI) könnte kurzfristig auf eine Gegenbewegung hindeuten: Mit einem Wert von 15,8 ist die Aktie technisch massiv überverkauft. Ob dies jedoch gegen die fundamentalen Argumente der Großbanken ankommt, bleibt fraglich.

Fazit: Vorsicht dominiert

Die Kombination aus konkretem Preisdruck bei Kernprodukten wie Methionin und einer allgemein schwachen Branchenkonjunktur lastet schwer auf dem Papier. Nachdem bereits das Analysehaus Berenberg kürzlich ein Kursziel von lediglich 11,60 Euro ausgerufen hatte, bestätigen die heutigen Kommentare die skeptische Haltung des Marktes. Anleger müssen nun genau beobachten, ob die Marke von 12,83 Euro in den kommenden Handelstagen verteidigt werden kann.

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