Eutelsat verschiebt den Wachstumsschwerpunkt spürbar Richtung Low Earth Orbit (LEO) – und genau dort legt das Unternehmen im ersten Halbjahr deutlich zu. Gleichzeitig bleibt das klassische Video-Geschäft ein Bremsklotz, was auch die Profitabilität belastet. Entscheidend ist jetzt: Kann das LEO-Wachstum die Schwäche im Video-Bereich mittelfristig überdecken?

LEO zieht Connectivity nach oben

Im ersten Halbjahr kletterten die LEO-Umsätze um 59,7% auf 110,5 Mio. Euro und stehen damit für rund 20% der Gesamterlöse. Innerhalb des Connectivity-Segments hat LEO bereits ein Gewicht von mehr als einem Drittel.

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In Summe wuchs Connectivity um 11,8% auf 307,3 Mio. Euro. Dabei legten alle Teilbereiche zu: Fixed Connectivity stieg um 17,2% auf 132,1 Mio. Euro, Government Services um 7,7% auf 98,6 Mio. Euro und Mobile Connectivity um 8,5% auf 76,6 Mio. Euro. Dem gegenüber standen rückläufige GEO-Umsätze: Sie sanken um 4,5% auf 196,8 Mio. Euro.

Video schwach, Marge unter Druck

Das Video-Segment ging um 12,3% auf 266,5 Mio. Euro zurück. Eutelsat verweist auf zusätzliche Sanktionen gegen russische Sender, die die Erlöse mit annualisiert rund 16 Mio. Euro belasten. Auf der Kundenseite meldete das Unternehmen Vertragsverlängerungen mit beIN (MENA-Region) sowie mit Polsat Plus für die HOTBIRD-Position.

Konzernweit lag der Umsatz bei 591,6 Mio. Euro (berichtete Basis: -2,4%; währungsbereinigt stabil). Das bereinigte EBITDA fiel um 8,0% auf 308,2 Mio. Euro, die EBITDA-Marge rutschte auf 52,1% nach 55,2% im Vorjahr. Als Treiber nennt Eutelsat den Sanktionseffekt im Video-Bereich sowie den Mixeffekt in der Anlaufphase des LEO-Hochlaufs.

Unter dem Strich reduzierte sich der Nettoverlust deutlich auf 236,5 Mio. Euro (Vorjahr: 873,2 Mio. Euro). Der Vorjahreszeitraum war allerdings durch Wertminderungen auf Goodwill und Satelliten von 650 Mio. Euro geprägt.

Bilanz gestärkt, Projekte angepasst

Bei der Finanzstruktur meldet Eutelsat klare Fortschritte: Eine Kapitalerhöhung über 1,5 Mrd. Euro wurde platziert, zusätzlich sicherte sich das Unternehmen rund 1 Mrd. Euro über eine Export Credit Agency Finanzierung. Zudem folgten Rating-Upgrades durch Moody’s und Fitch. Die Nettoverschuldung sank auf 1,3 Mrd. Euro, der Verschuldungsgrad (Net Debt/EBITDA) verbesserte sich auf 2,0x nach 3,92x im Vorjahr.

Strategisch bestätigte Eutelsat die Beschaffung von 440 LEO-Satelliten der nächsten Generation zur langfristigen Absicherung der OneWeb-Konstellation. Ergänzend wurde ein Multi-Launch-Abkommen mit MaiaSpace für Starts ab 2027 unterzeichnet. Dagegen stoppte Eutelsat die geplante Veräußerung der passiven Bodeninfrastruktur an EQT, nachdem die französische Regierung Ende Januar die erforderliche Genehmigung verweigerte. Das Projekt Flexsat Americas wurde eingestellt; Eutelsat erwartet daraus Einsparungen von mehr als 100 Mio. Euro.

Zum Ausblick: Das Management bestätigte die Ziele für 2025-26, darunter Umsätze der operativen Segmente auf Vorjahresniveau, ein LEO-Umsatzwachstum von rund 50%, eine bereinigte EBITDA-Marge leicht unter Vorjahr sowie Investitionen von rund 900 Mio. Euro.

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