Solana: Fokus auf Finanzen
Solana gerät gleich von zwei Seiten unter Druck: Der Kryptomarkt verkauft breit ab, und innerhalb des Ökosystems wird neu sortiert, wofür die Blockchain eigentlich stehen soll. Genau hier setzt Solana-Foundation-Präsidentin Lily Liu an – und fordert eine klare Rückbesinnung auf Finanzanwendungen. Der Subtext: Weniger „Web3-Erzählung“, mehr messbarer Nutzen.
Klartext von der Foundation
Liu hat sich gestern auf X deutlich gegen den Versuch gestellt, Blockchains als eine Art „neues Internet“ zu verkaufen. Solche Narrative seien „intellektuell faul“, so die Botschaft. Besonders kritisch sieht sie frühere Anläufe, Solana als Plattform für Gaming oder als breite „Web3“-Consumer-Story zu positionieren.
Ihr Kernargument: Blockchains seien im Kern Finanztechnologie. Der eigentliche Mehrwert liege in „Financialization“ und offenen Kapitalmärkten. Adoption entstehe demnach nicht dadurch, bestehende Apps einfach „auf die Blockchain zu heben“, sondern durch neue Finanzmärkte und neue Formen von Transaktionen, die ohne die Technologie so nicht sinnvoll möglich wären.
Micropayments mit Stablecoins als Hebel
Eine ähnliche Stoßrichtung kommt aus einer Analysten-Notiz von Standard Chartered (3. Februar). Analyst Geoffrey Kendrick beschreibt Solana als Netzwerk, das sich vom „One-Trick-Pony“-Image rund um Memecoins lösen und stärker zur Infrastruktur für Stablecoin-basierte Micropayments werden könnte.
Als Begründung nennt der Bericht vor allem zwei Punkte:
- Stablecoin-Umsätze auf Solana sollen inzwischen deutlich über denen von Ethereum liegen – ein Hinweis auf viele, schnelle Transaktionen.
- Sehr niedrige Gebühren (oft unter einem Cent) machen Kleinstzahlungen attraktiv, die im klassischen Finanzsystem an fixen Transaktionskosten scheitern.
Kendrick senkte zwar seine SOL-Prognose für 2026 auf 250 US-Dollar (zuvor 310), begründet mit dem aktuellen Marktdruck. Gleichzeitig bleibt er langfristig optimistisch und nennt für 2030 ein Ziel von 2.000 US-Dollar.
Institutionelles Interesse – trotz Kursflaute
Bemerkenswert ist, dass laut dem Bericht trotz fallender Kurse Kapital in SOL-Strukturen fließt. Seit Oktober 2025 soll der Bitwise BSOL ETF 78% der Nettozuflüsse in SOL-bezogene ETFs auf sich gezogen haben. Insgesamt seien damit mehr als 1% des SOL-Angebots über ETFs „unter Verwaltung“. Zusätzlich hielten „Digital Asset Treasuries“ demnach fast 3% von SOL.
Am Markt selbst spiegelt sich die Schwäche dennoch klar: SOL notiert heute bei 79,01 US-Dollar und markiert damit ein neues 52‑Wochen-Tief – nach einem kräftigen Rückgang über die vergangenen Wochen.
Sicherheit: Patch im Januar, Regeln verschärft
Auch technisch war zuletzt Spannung drin: Am 10. Januar veröffentlichten Solana-Entwickler ein dringendes Security-Patch, nachdem Schwachstellen entdeckt wurden, die Angreifern potenziell erlaubt hätten, das Netzwerk zu stören. Das Anza-Team identifizierte dabei zwei Fehler – einer konnte Validatoren zum Absturz bringen, ein anderer den Konsensprozess durch „Spam“ ausbremsen oder anhalten.
Die Foundation reagierte zusätzlich mit strengeren Validator-Anforderungen: Wer vorgeschriebene Software-Versionen ignoriert, riskiert den Verlust delegierter Stakes. Sicherheit wird damit nicht nur technisch, sondern auch ökonomisch durchgesetzt. Gleichzeitig verweist das Umfeld auf eine hohe Stabilität: Die Uptime-Serie liege bei über 700 Tagen ohne größeren Ausfall.
Was zuletzt im Ökosystem passiert ist
Neben der strategischen Debatte gab es mehrere Meldungen, die Solana stärker in Richtung institutioneller Nutzung und Finanzprodukte rücken:
- WisdomTree erweiterte Ende Januar den Zugang zu tokenisierten Fonds auf Solana
- 21Shares startete in Europa ein JitoSOL-basiertes Solana-Staking-ETP
- R3 kündigte an, institutionelle Yield-Produkte auf Solana bringen zu wollen
- ING Deutschland ermöglicht Kunden den Kauf von Solana-Produkten direkt vom Bankkonto
Unterm Strich trifft Solanas strategische Neuausrichtung auf ein schwieriges Marktumfeld – aber sie passt auffällig gut zu dem, was gerade an Traktion gewinnt: Stablecoin-Zahlungen, tokenisierte Finanzprodukte und strengere Anforderungen an Netzwerksicherheit. Entscheidend dürfte in den kommenden Monaten sein, ob Solana diese Finanz-Prioritäten in skalierbare Anwendungen übersetzt, ohne die in den letzten zwei Jahren erarbeitete Zuverlässigkeit zu gefährden.
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