Mit einem Kurssprung von über 11 Prozent am Mittwoch setzt der europäische Satellitenbetreiber seine jüngste Aufwärtsbewegung fort. Seit Jahresbeginn haben die Papiere bereits rund 38 Prozent zugelegt. Doch hinter der grünen Kurstafel verbirgt sich ein fundamentaler Konflikt: Ein milliardenschwerer Großauftrag weckt Wachstumsfantasien, während die angespannte Bilanz und skeptische Analystenstimmen zur Vorsicht mahnen.

Airbus-Deal beflügelt Fantasie

Treibende Kraft der aktuellen Kaufneigung ist ein Mitte Januar verkündeter Auftrag an Airbus Defence and Space. Eutelsat bestellte 340 neue OneWeb-Satelliten, wodurch das Gesamtvolumen der Order auf 440 Einheiten steigt. Das Investitionsvolumen beläuft sich auf geschätzte 2,2 Milliarden Euro.

Die in Toulouse gefertigten Satelliten sollen ab Ende 2026 ausgeliefert werden und die erste OneWeb-Generation ersetzen. Technologisch verspricht das Unternehmen durch digitale Kanalisierer verbesserte Verarbeitungskapazitäten im All. Marktteilnehmer werten diesen Schritt als klares Bekenntnis zum Ausbau der Marktposition, trotz der hohen Kosten.

Finanzielle Altlasten bremsen

Die Kehrseite der Medaille bleibt die finanzielle Verfassung des Konzerns. Zwar stärkte eine im Dezember 2025 abgeschlossene Kapitalerhöhung über 1,5 Milliarden Euro die Liquidität und machte den französischen Staat mit knapp 30 Prozent zum Hauptaktionär. Dennoch drücken eine Schuldenquote von 119 Prozent und ein negativer Free Cashflow von zuletzt 289 Millionen Euro auf die Stimmung.

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Bis 2029 plant das Unternehmen Investitionen von etwa vier Milliarden Euro. Diese Summe stellt angesichts der aktuellen Bilanzstruktur eine erhebliche Herausforderung dar und wirft Fragen zur langfristigen Finanzierung auf.

Experten skeptisch, Chartbild gemischt

Die Analystengemeinde zeigt sich von der Kursrally wenig beeindruckt. Während Morgan Stanley und Kepler Cheuvreux ihre Kursziele bei 2,50 Euro belassen und damit kaum noch Aufwärtspotenzial sehen, senkte das Bankhaus Oddo BHF den fairen Wert drastisch auf 1,70 Euro.

Charttechnisch hat die Aktie mit dem Schlusskurs von 2,43 Euro den 50-Tage-Durchschnitt bei 2,20 Euro deutlich hinter sich gelassen. Nun rückt der Widerstand bei 2,55 Euro in den Fokus. Übergeordnet signalisiert die bei 3,10 Euro verlaufende 200-Tage-Linie jedoch weiterhin einen Abwärtstrend.

Entscheidend für die weitere Kursentwicklung werden die Halbjahreszahlen Mitte Februar sein. Sollte das Management hier keine überzeugende Lösung präsentieren, wie das ambitionierte Investitionsprogramm ohne weitere Belastung des Cashflows gestemmt werden kann, dürfte die Luft für weitere Kursgewinne schnell dünn werden.

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