Energy Fuels profitiert derzeit gleich doppelt: von einem ganz konkreten neuen Auftrag für seine Verarbeitungsanlage und von politischem Rückenwind für die US-Atomwirtschaft. Im Zentrum steht dabei die White Mesa Mill in Utah, die sich zunehmend als Engpass-Infrastruktur für die heimische Uranversorgung etabliert. Die jüngste Kursrally spiegelt genau diese strategische Sonderstellung wider.

Neuer Deal mit IsoEnergy stärkt White Mesa Mill

Den kurzfristig wichtigsten Impuls lieferte eine Meldung von IsoEnergy. Das Unternehmen hat den Start eines Bulk-Sample-Programms in der Tony-M-Uranmine in Utah bekanntgegeben – und setzt dabei direkt auf die Infrastruktur von Energy Fuels.

Konkret sieht die Vereinbarung Folgendes vor:

  • IsoEnergy fördert bis zu 2.000 Tonnen Erzmaterial aus der Tony-M-Mine.
  • Dieses Material wird zur Verarbeitung in die White Mesa Mill von Energy Fuels transportiert.
  • Die Kooperation unterstreicht die Rolle der Anlage als zentrale Aufbereitungsstätte im US-Uransektor.

Für Energy Fuels ist das mehr als ein Einmalgeschäft. Die Nutzung der White Mesa Mill durch Dritte bestätigt die Strategie, die lizenzierte Kapazität nicht nur für eigene Produktion, sondern auch als Dienstleister („Toll Milling“) für andere regionale Minenbetreiber einzusetzen. Gerade in einer Phase, in der verschiedene Projekte reaktiviert werden, verschafft das dem Unternehmen zusätzliche, relativ gut planbare Erlöse.

Rückenwind durch US-Regierung und Sektortrends

Neben der unternehmensspezifischen Nachricht sorgte ein starker politischer Impuls für bessere Stimmung im gesamten Nuklearsegment. Das US-Energieministerium (DOE) hat am 7. Januar Verträge über insgesamt 900 Millionen US-Dollar an Wettbewerber wie Centrus Energy und Orano vergeben – für Dienstleistungen im Bereich Urananreicherung.

Energy Fuels erhält aus diesem Paket zwar kein direktes Geld. Entscheidend ist aber das Signal: Washington will einen möglichst geschlossenen, heimischen Brennstoffkreislauf aufbauen und ist bereit, dafür hohe Summen zu investieren. Davon profitieren in der Wahrnehmung des Marktes vor allem Unternehmen, die bereits über genehmigte und betriebsbereite Infrastruktur in den USA verfügen – genau hier punktet Energy Fuels mit der White Mesa Mill.

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Die Aktie hat in diesem Umfeld kräftig zugelegt. Auf Sicht von 30 Tagen ergibt sich ein Plus von rund 43 %, über die letzten zwölf Monate liegt der Zuwachs bei über 260 % – ein deutlicher Hinweis darauf, wie stark der Markt die Infrastrukturposition inzwischen einpreist.

Technische Lage und Short-Interest

Charttechnisch ist der Wert inzwischen deutlich nach oben gelaufen. Der Schlusskurs von gestern bei 18,95 US-Dollar liegt fast 40 % über dem 50-Tage-Durchschnitt und rund 90 % über dem 200-Tage-Durchschnitt. Mit einem 14-Tage-RSI von knapp 66 nähert sich die Aktie einem überkauftem Bereich, ohne ihn bereits extrem zu überdehnen. Die 30-Tage-Volatilität liegt annualisiert bei knapp 92 %, was das hohe Schwankungsniveau unterstreicht.

Besonders brisant bleibt der hohe Short-Interest: Rund 17 % des frei handelbaren Aktienvolumens sind leerverkauft. Steigt der Kurs weiter auf Basis greifbarer Nachrichten wie der IsoEnergy-Vereinbarung, kann dies Short-Positionen unter Druck setzen und zusätzliche Nachfrage auslösen, wenn Eindeckungen nötig werden. Entsprechend sehen Marktteilnehmer in der Kombination aus operativen Katalysatoren und hohem Short-Interest eine Quelle für anhaltend dynamische Bewegungen.

Fundamentale Basis: Wachstum eingepreist

Trotz des starken Kursanstiegs bleiben die Fundamentaldaten ein wichtiger Prüfstein. Im dritten Quartal setzte Energy Fuels 17,7 Millionen US-Dollar um, im Wesentlichen durch den Verkauf von 240.000 Pfund U₃O₈. Unter dem Strich stand jedoch ein Nettoverlust von 17 Millionen US-Dollar.

Damit ist klar: Die aktuelle Bewertung spiegelt weniger die heutige Ertragslage wider, sondern vor allem:

  • den strategischen Wert der White Mesa Mill,
  • die Option auf steigende Auslastung durch eigene Projekte und Drittanbieter,
  • und die Erwartung, dass politische Unterstützung und Sektortrends zu höheren Umsätzen und Margen führen.

Die Marktkapitalisierung von rund 4,5 Milliarden US-Dollar steht damit in einem deutlichen Spannungsverhältnis zum heutigen Umsatzniveau. Anleger zahlen gewissermaßen im Voraus für die erwartete Rolle von Energy Fuels im zukünftigen US-Brennstoffsystem.

Fazit: Infrastrukturvorteil im Fokus

Kurzfristig dominiert der IsoEnergy-Bulk-Deal als konkreter Auslöser die Kursfantasie, mittel- bis langfristig geht es um die strukturelle Stellung von Energy Fuels im US-Uranökosystem. Die White Mesa Mill wird zunehmend nicht nur als interne Produktionsanlage, sondern als zentrale Dienstleistungsplattform wahrgenommen.

Damit hängt die weitere Entwicklung maßgeblich daran, ob es dem Unternehmen gelingt, diese Kapazität dauerhaft hoch auszulasten – sei es durch eigene Minen oder zusätzliche Verträge mit Drittanbietern, die vom politischen Drang nach mehr heimischer Uranversorgung profitieren wollen.

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