Eli Lilly bekommt im heiß umkämpften Markt für Abnehmmedikamente unerwartet Schützenhilfe – ausgerechnet vom Rivalen Novo Nordisk. Dessen Hoffnungsträger CagriSema konnte in einer wichtigen Vergleichsstudie nicht zeigen, dass er mit Lillys Tirzepatid mithalten kann. Genau solche Daten sind es, die Marktanteile und Milliardenumsätze über Jahre prägen.

Vergleichsstudie trifft Novo, stärkt Lilly

Novo Nordisk teilte heute mit, dass die Phase-III-Studie REDEFINE 4 ihr zentrales Ziel verfehlt hat: CagriSema konnte nicht belegen, dass es dem Lilly-Wirkstoff Tirzepatid (als Zepbound bei Adipositas bzw. Mounjaro bei Typ-2-Diabetes vermarktet) in der Wirksamkeit nicht unterlegen ist.

Die Kerndaten aus der 84‑Wochen-Studie sind dabei klar genug, um den Markt aufhorchen zu lassen:
- Unter therapietreuen Teilnehmern lag die Gewichtsreduktion bei 23% (CagriSema) versus 25,5% (Tirzepatid).
- Über alle behandelten Studienteilnehmer hinweg war der Abstand größer: 20,2% versus 23,6%.

Die Studie war offen durchgeführt, umfasste 809 Menschen mit Adipositas und mindestens einer Begleiterkrankung. Verabreicht wurden wöchentlich entweder CagriSema oder Zepbound.

An der Börse spiegelte sich das direkt: Novo geriet deutlich unter Druck, während Lilly zulegen konnte. In den bereitgestellten Kursdaten liegt der aktuelle Kurs von Eli Lilly heute bei 884,20 Euro (+3,17%).

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Warum diese Daten im GLP‑1‑Markt so wichtig sind

Im GLP‑1/Adipositas-Markt geht es nicht nur um „auch wir haben ein Präparat“, sondern um den Status als Wirksamkeitsmaßstab. REDEFINE 4 zementiert Tirzepatid genau in dieser Rolle – zumindest im Kreis der zugelassenen und späten, injizierbaren Kandidaten.

Für Novo ist das heikel, weil CagriSema als zentraler Angriffsversuch positioniert war, um die Führungsrolle zurückzuholen. Die Substanz ist eine Fixkombination aus Semaglutid und Cagrilintid. Laut FirstWord Pharma ist CagriSema für Gewichtsverlust bereits bei der FDA eingereicht, eine Entscheidung wird Ende 2026 erwartet. Novo will zudem in der zweiten Jahreshälfte eine Studie mit höherer Semaglutid-Dosis starten (7,2 mg statt 2,4 mg) – der Druck, die Lücke zu schließen, steigt also.

Mehr als nur Adipositas: Pipeline und Bestände

Die neuen Studiendaten kommen in eine Phase, in der Lilly mehrere Wachstumsthemen parallel aufbaut. Barclays hatte die Aktie erst vor wenigen Tagen mit „Overweight“ aufgenommen und Tirzepatid als das „beste Produkt“ mit Blick auf Sicherheit und Wirksamkeit bezeichnet. Zusätzlich verwies die Analystin auf den oralen GLP‑1‑Kandidaten Orforglipron: Eine FDA-Entscheidung wird für das 2. Quartal 2026 erwartet. Bemerkenswert: Lilly hat laut Reuters bereits 1,5 Mrd. US‑Dollar an Vorab-Inventar für den Launch aufgebaut.

Dazu kommen weitere Schritte jenseits des Abnehmsegments – von der angekündigten Orna-Therapeutics-Übernahme (2,4 Mrd. US‑Dollar) bis zu neuen Daten und Lizenzdeals in Immunologie-Themen, inklusive zusätzlicher Ergebnisse zur Kombination von Taltz mit Zepbound bei Psoriasis und Adipositas.

Im Hintergrund stehen zudem die jüngsten Geschäftszahlen: Für Q4 2025 meldete Lilly +43% Umsatzwachstum auf 19,3 Mrd. US‑Dollar, getrieben durch Mounjaro und Zepbound. Für 2026 stellt das Unternehmen rund 83 Mrd. US‑Dollar Umsatz in Aussicht.

Der nächste konkrete Termin für Anleger ist bereits gesetzt: Die nächsten Quartalszahlen sind für 30. April 2026 angekündigt – bis dahin dürfte der Markt weiter sehr genau auf neue GLP‑1‑Daten und die Orforglipron-Entscheidung im zweiten Quartal schauen.

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