MP Materials Aktie: Preissystem im Wandel
MP Materials gerät in eine strategisch heikle Debatte: Wer bestimmt künftig die Referenzpreise für Seltene Erden im Westen? Ausgerechnet der Preisanker im Vertrag mit dem US-Verteidigungsministerium orientiert sich bislang an einem China-Index. Brisant ist das Timing: NdPr-Preise liegen gerade über der staatlichen Preisuntergrenze – wenige Tage vor den Quartalszahlen.
Reuters: Abhängigkeit von China-Preisindex
Eine Reuters-Analyse von Kolumnist Andy Home macht auf einen Schwachpunkt der US-Strategie aufmerksam. Der im Deal mit dem Department of Defense (DoD) verankerte NdPr-Preisboden von 110 US-Dollar je Kilogramm ist laut Unternehmensangaben an den „ex-works China“-NdPr-Index der Preisagentur Asian Metal gekoppelt.
Home verweist dabei auf einen Bericht eines US-China-Ausschusses vom November 2025. Darin wird Chinas Preissetzungsgesetz von 1998 so beschrieben, dass es Preisveröffentlichungen, die von den Wünschen der Regierung abweichen, faktisch unterbinden könne. Genau diese Abhängigkeit steht nun im Fokus.
Im DoD-Vertrag gibt es allerdings eine Ausstiegsklausel: Das Pentagon kann den Referenzpreis wechseln, falls ein „international anerkanntes“ alternatives Preisindex-System für NdPr-Oxid außerhalb Chinas entsteht.
NdPr über der Untergrenze – Subventionen aktuell nicht nötig
Die Diskussion trifft auf einen Markt, der sich zuletzt klar zugunsten von MP Materials bewegt hat. Reuters meldete, dass der chinesische NdPr-Oxid-Preis am 18. Februar auf 850.000 Yuan je Tonne stieg – umgerechnet rund 123 US-Dollar je Kilogramm. Das ist der höchste Stand seit Juli 2022 und fast eine Verdopplung gegenüber rund 63 US-Dollar je Kilogramm am 9. Juli 2025, als MP Materials die milliardenschwere DoD-Partnerschaft bekanntgab.
Damit liegt NdPr aktuell spürbar über der 110-Dollar-Schwelle. Folge: Der US-Staat muss die Produktion derzeit nicht stützen. Laut Reuters erhält das DoD zudem 30% der Preissteigerung, wenn NdPr über dem Preisboden notiert.
Wie stabil ist dieses Niveau? Neha Mukherjee von Benchmark Mineral Intelligence rechnet laut Reuters damit, dass die hohen Preise nur vorübergehend sind und bis Ende März eine Korrektur nach unten folgen könnte. Sie begründet den Anstieg mit robuster Magnetnachfrage und gezieltem Angebotsmanagement in China.
Alternative Preisbenchmarks entstehen
Parallel nimmt eine nicht-chinesische Preis-Infrastruktur Gestalt an. Reuters zufolge sammelt Benchmark Mineral Intelligence inzwischen Preise für Seltene Erden, die außerhalb Chinas gehandelt werden. Zudem prüfen CME Group und Intercontinental Exchange mögliche Futures-Kontrakte. Reuters berichtete bereits Anfang Februar separat, dass die CME Group an Plänen für den weltweit ersten Futures-Kontrakt auf Seltene Erden arbeitet.
Sollte sich ein international anerkannter Preisindex außerhalb Chinas etablieren, hätte das direkte Folgen für die Vertragslogik des DoD-Deals – und damit für die Preismechanik, unter der MP Materials operiert.
Aktie schwankt vor Quartalszahlen
Die Aktie schloss am Freitag bei 55,34 US-Dollar und fiel damit auf Tagessicht um 5,50%. Im Februar zeigte der Titel deutliche Ausschläge, die Reuters vor allem mit politischen Signalen rund um die US-Strategie für kritische Mineralien verknüpft.
Zwischendurch zog der Kurs laut Bericht in einer Sitzung um mehr als 9% an, nachdem die Trump-Regierung eine 12-Milliarden-Dollar-Initiative zum Aufbau eines Mineralien-Lagers („Project Vault“) gestartet hatte. Später gab die Aktie Gewinne wieder ab, nachdem berichtet wurde, das Weiße Haus entferne sich bei anderen Seltene-Erden-Unternehmen von Preisboden-Zusagen.
Bei den Investorenbewegungen fällt eine Meldung zu Vanguard auf: Der Vermögensverwalter erhöhte seinen Anteil im dritten Quartal 2025 um 2,7% auf 14.020.574 Aktien (7,92% Beteiligung). Insgesamt halten institutionelle Investoren laut den genannten Daten rund 52,55% der Anteile.
Im Mittelpunkt steht nun der nächste Termin: Die Quartalszahlen für Q4 2025 kommen am Donnerstag nach US-Börsenschluss, anschließend folgt eine Telefonkonferenz um 14:00 Uhr Pacific Time. Erwartet werden dabei auch Updates zur „Independence“-Anlage in Fort Worth (Texas), zum geplanten „10X“-Ausbau der Magnetfertigung sowie zu den finanziellen Folgen der Entscheidung vom Juli 2025, keine Produkte mehr nach China zu verkaufen.
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