Eli Lilly treibt den Ausbau seiner Pipeline weiter voran und greift dafür erneut in die Tasche. Mit einem Lizenzdeal über 100 Millionen Dollar sichert sich der Konzern Rechte an Clazakizumab – einem Antikörper gegen den Entzündungsbotenstoff Interleukin-6. Doch wie passt diese Vereinbarung in die aktuelle Expansionsserie des Pharmariesen?

Lizenzdeal mit CSL: Wer darf was?

Lilly erhält im Rahmen einer exklusiven Lizenzvereinbarung mit Australiens CSL Limited die Rechte, Clazakizumab für Anwendungsgebiete außerhalb der terminalen Nierenerkrankung (ESKD) weiterzuentwickeln und zu vermarkten. CSL behält dagegen die exklusiven Rechte, den Wirkstoff zur Vorbeugung kardiovaskulärer Ereignisse bei ESKD-Patienten voranzutreiben. In diesem Bereich läuft bereits eine Phase-3-Studie (POSIBIL 6 ESKD).

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Finanziell ist der Deal so aufgebaut:
- 100 Millionen Dollar Sofortzahlung an CSL
- zusätzliche Meilensteinzahlungen (klinisch, regulatorisch und kommerziell)
- umsatzabhängige Lizenzgebühren auf den weltweiten Nettoumsatz

Clazakizumab stammt ursprünglich von Vitaeris, das CSL 2020 übernommen hatte. Der Antikörper zielt darauf ab, IL-6 zu blockieren – ein Signalprotein, das bei chronischen Entzündungsprozessen eine wichtige Rolle spielt.

Eingebettet in eine größere Einkaufstour

Die Lizenzvereinbarung folgt auf mehrere größere Transaktionen, die Lilly in diesem Jahr bereits angekündigt hat. Dazu zählen geplante Übernahmen von Orna Therapeutics (bis zu 2,4 Milliarden Dollar) und Ventyx Biosciences (1,2 Milliarden Dollar).

Damit setzt Lilly eine Linie fort, die schon zuvor sichtbar war: 2024 übernahm der Konzern Morphic Therapeutics für 3 Milliarden Dollar, 2020 folgte die Dermira-Übernahme für 1,1 Milliarden Dollar.

Rückenwind aus Zahlen und Produktplanung

Der Deal kommt kurz nach den Zahlen zum vierten Quartal 2025. Lilly meldete dabei einen Gewinn je Aktie von 7,54 Dollar (Konsens: 7,48 Dollar) sowie einen Quartalsumsatz von 19,29 Milliarden Dollar (Erwartung: 17,85 Milliarden Dollar). Im Jahresvergleich legte der Umsatz um 42,6% zu. Für 2026 stellte das Unternehmen eine Gewinnprognose je Aktie von 33,50 bis 35,00 in Aussicht.

Parallel dazu bereitet Lilly laut Reuters den Marktstart seiner oralen Abnehmpille Orforglipron vor: Demnach baut der Konzern dafür Lagerbestände im Wert von rund 1,5 Milliarden Dollar auf. Eine FDA-Zulassung wird im April erwartet, ein Launch im Sommer gilt als Ziel.

Am Markt wurde die Aktie gestern trotz der Nachrichten zeitweise schwächer: Sie notierte um 1.021 Dollar nach einem Tagesminus von 1,4%. Nach der Q4-Veröffentlichung hatte der Kurs zuvor allerdings um rund 10% zugelegt. Die Marktkapitalisierung lag zuletzt bei über 960 Milliarden Dollar.

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