Starke Zahlen, laufende Milliarden-Rückkäufe, eine Aktie mit knapp 20 Prozent Plus seit Jahresanfang — und jetzt fordert ver.di für rund 60.000 Tarifbeschäftigte eine Lohnerhöhung von 6,6 Prozent. Die Tarifrunde 2026 trifft den Bonner Konzern in einer Phase, in der operative Stärke und hohe Investitionsausgaben ohnehin schon in einem Spannungsverhältnis stehen.

Wenn Lohnforderungen auf Glasfaser-Ambitionen treffen

Die ver.di-Tarifkommission hat die Forderungen am 13. März formal beschlossen. Neben der Entgeltsteigerung stehen ein Mitgliederbonus von 660 Euro jährlich sowie 120 Euro mehr Ausbildungsvergütung pro Monat auf der Liste. Die Verhandlungen beginnen am 13. April 2026, insgesamt vier Termine sind bis Ende Mai angesetzt.

Das Timing ist pikant. Die Telekom hat 2025 ein organisches Umsatzwachstum von 4,2 Prozent auf 119,1 Milliarden Euro erzielt, die Dividende um elf Prozent auf 1,00 Euro je Aktie angehoben und ein Aktienrückkaufprogramm von bis zu 2 Milliarden Euro für 2026 aufgelegt. T-Mobile US liefert verlässlich Cashflow. Das Unternehmen steht gut da — was die Gewerkschaft naturgemäß als Argument für ihre Forderungen nutzen wird.

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Besonders brisant ist der Zusammenhang mit dem Glasfaserausbau. Eine aktuelle Verivox-Studie zeigt, dass 22 Prozent der Haushalte einen verfügbaren Glasfaseranschluss gar nicht nutzen. Das Ziel, bis 2027 eine Million neue aktive Kunden pro Jahr zu gewinnen, hängt damit nicht allein vom Netzausbau ab — sondern vom Vertrieb vor Ort. Genau die Feldkräfte und Kundenservice-Mitarbeiter, die Verträge abschließen und Anschlüsse aktivieren, sind Kern der Tarifrunde. Steigen die Lohnkosten spürbar, könnte das die Kundenakquise in einer Phase bremsen, in der die Investitionen eigentlich Früchte tragen sollen.

KI-Infrastruktur als zweites Wachstumsfeld

Abseits der Tariffront gibt es eine bemerkenswerte Neuigkeit: Die Leibniz Universität Hannover hat die Deutsche Telekom mit der technischen Infrastruktur für das SOOFI-Forschungsprojekt beauftragt — ein Auftrag im zweistelligen Millionenbereich. Ziel ist die Entwicklung eines souveränen europäischen Large Language Models mit rund 100 Milliarden Parametern, betrieben auf einem Netzwerk von rund 130 NVIDIA DGX B200-Systemen mit über 1.000 GPUs. T-Systems strebt 2026 zudem 20 Prozent Umsatzwachstum im Cloud-Geschäft an.

Berenberg bestätigte am 13. März eine Kaufempfehlung und erwartet für den Telekomsektor bis 2030 jährliche Free-Cashflow-Wachstumsraten von mehr als zehn Prozent. Der Analystenkonsens sieht den Umsatz 2026 bei rund 123 Milliarden Euro — etwa 3,3 Prozent über dem Niveau der vergangenen zwölf Monate.

Die nächsten Wegmarken sind klar: Am 1. April findet die Hauptversammlung in Bonn statt. Am 13. Mai folgen die Quartalszahlen für Q1 2026 — dann wird sich zeigen, wie viel Margenpuffer die Telekom in die Tarifrunde mitbringt.

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