Eine der mächtigsten US-Investmentbanken hat die Stimmung für die T-Aktie spürbar gedämpft. Während die amerikanische Tochtergesellschaft T-Mobile US gerade eine aggressive Wachstumsoffensive startet, tritt JPMorgan bei den Erwartungen für den Mutterkonzern auf die Bremse. Anleger stehen nun vor der entscheidenden Frage: Ist die Streichung von der prestigeträchtigen Empfehlungsliste ein echtes Warnsignal oder eine überzogene Reaktion?

JPMorgan zieht die Reißleine

Für Investoren kam dieser Schritt überraschend: JPMorgan hat den Bonner Telekom-Riesen von seiner begehrten "Analyst Focus List" gestrichen. Analyst Akhil Dattani beließ die Einstufung zwar auf "Overweight", rasierte jedoch das Kursziel deutlich von 43,50 Euro auf 39,00 Euro.

Der Grund für diese neue Zurückhaltung liegt in der Zukunft. Die Banker erwarten für das Jahr 2026 eine Konsolidierung der Branche und rechnen bereits für 2025 mit einer deutlich moderateren Umsatzentwicklung. Das Narrativ ändert sich: Statt durch explosives organisches Wachstum soll das Ergebnis künftig primär durch strikte Kostendisziplin getrieben werden. Die Party scheint vorerst vorbei zu sein – zumindest auf dem Papier der Analysten.

Kampfansage an die Konkurrenz

Doch während die Strategen an der Wall Street skeptischer werden, geht die operative Tochter T-Mobile US in den Angriffsmodus über. Pünktlich zum "Black Friday" startete das Unternehmen eine massive Preisschlacht, um Konkurrenten wie Verizon und AT&T Marktanteile abzujagen. Mit Kampfpreisen von 25 US-Dollar pro Leitung und kostenlosen iPhones setzt die Telekom-Tochter alles auf eine Karte.

Die Strategie zeigt bereits Wirkung, ist aber ein zweischneidiges Schwert:
* Kunden-Boom: Im dritten Quartal 2025 wurden über eine Million neue Vertragskunden gewonnen – weit mehr als vom Markt erwartet (841.000).
* Margen-Druck: Die aggressive Preispolitik sichert zwar langfristig die Marktposition, drückt aber kurzfristig auf die Profitabilität im hart umkämpften US-Markt.

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Die Faktenlage im Fokus

Die Diskrepanz zwischen der vorsichtigen Banken-Stimme und der operativen Realität lässt sich an den harten Fakten ablesen:

  • Neues Kursziel: JPMorgan sieht den fairen Wert nur noch bei 39,00 Euro.
  • Potenzial: Selbst dieses gesenkte Ziel impliziert noch immer ein Aufwärtspotenzial von rund 40 %.
  • Marktkonsens: Andere Häuser wie Bernstein sehen den Wert weiterhin zwischen 37 und 43 Euro.
  • Chart-Situation: Die Aktie kämpft, um sich vom Jahrestief zu lösen.

Günstig oder billig?

Ein Blick auf die aktuellen Kurstafeln verrät, wie sehr der Titel unter Druck steht. Mit einem Schlusskurs von 27,77 Euro notiert die Aktie weiterhin tief im roten Bereich. Der Abstand zum 52-Wochen-Hoch von fast 36 Euro beträgt mittlerweile über 22 %.

Auch die langfristige Performance spiegelt die Skepsis wider: Auf Sicht von 12 Monaten haben Anleger ein Minus von rund 7,86 % zu verkraften. Die Aktie handelt damit unter ihrem 200-Tage-Durchschnitt, was rein technisch den Abwärtstrend bestätigt. Doch genau hier liegt der Konflikt: Fundamental erscheint der Titel mit einem KGV von 12 für das Jahr 2026 und den soliden US-Kundenzahlen fast schon aufreizend günstig bewertet.

Der Rückzug von JPMorgan ist ein Dämpfer für allzu euphorische Kurzfrist-Träume. Er ändert jedoch wenig an der Substanz: Die Deutsche Telekom bleibt eine Cash-Maschine, die derzeit an der Börse mit einem massiven Abschlag gehandelt wird. Ob die aggressive US-Strategie die Margen zu stark belastet oder den nächsten großen Gewinnsprung vorbereitet, werden die kommenden Quartalszahlen zeigen müssen.

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