Ein Anruf aus Davos sorgt für Aufsehen: Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing sah sich gezwungen, sich persönlich von einer Analyse aus dem eigenen Haus zu distanzieren, um Wogen in Washington zu glätten. Der Vorgang ist selten und verdeutlicht den schmalen Grat, auf dem das Institut im wichtigen US-Geschäft wandert.

  • Intervention: CEO telefoniert mit US-Finanzminister wegen Analysten-Kritik.
  • Kursreaktion: Aktie schließt bei 33,40 Euro im Plus.
  • Termin: Vorläufige Jahreszahlen folgen am 29. Januar.

Diplomatie vor Unabhängigkeit?

Auslöser der Unruhe war ein Bericht des Devisenstrategen George Saravelos aus dem Research-Team der Bank. Darin wurde das Szenario erörtert, dass europäische Investoren als Reaktion auf mögliche US-Strafzölle ihre Bestände an US-Staatsanleihen abstoßen könnten. In Washington kam diese These offenbar gar nicht gut an.

Wie US-Finanzminister Scott Bessent am Rande des Weltwirtschaftsforums berichtete, griff Sewing persönlich zum Hörer. Der Vorstandschef stellte klar, dass sich das Haus dieser Analystenmeinung nicht anschließe. Eine solche direkte Einmischung des Managements in die Arbeit der eigentlich unabhängigen Research-Abteilung ist im Bankwesen höchst ungewöhnlich. Sie unterstreicht, wie nervös die Führungsetage ist, wenn es um mögliche Konflikte mit der US-Regierung geht. Das US-Geschäft bleibt für die Strategie der Bank unverzichtbar, und politische Stolpersteine sollen offensichtlich um jeden Preis vermieden werden.

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Marktkonsolidierung nach Kursrutsch

An der Börse wurde der diplomatische Eiertanz gelassen aufgenommen. Die Aktie profitierte am Donnerstag von einer allgemeinen Markterleichterung nach einer Rede von US-Präsident Donald Trump und beendete den Handel bei 33,40 Euro.

Dieser Anstieg ist für Anleger eine willkommene Atempause, nachdem der Titel zuletzt Federn lassen musste. Auf Sicht von 30 Tagen steht ein Minus von über 15 Prozent zu Buche, was den Abstand zum erst Ende Dezember markierten 52-Wochen-Hoch von 39,66 Euro deutlich vergrößert hat. Marktbeobachter werten die schnelle Intervention Sewings auch als Versuch, in diesem volatilen Umfeld keine zusätzliche Unsicherheit aufkommen zu lassen.

Personelle Weichenstellungen

Neben der politischen Schadensbegrenzung treibt der Konzern den internen Umbau voran. Im wichtigen Firmenkundengeschäft übernehmen Michael Diederich und Ole Matthiessen die Führung. Das Duo soll das Corporate Banking in einem wettbewerbsintensiven Markt neu positionieren. Diese Personalien rücken jedoch kurzfristig angesichts der Ereignisse in Davos in den Hintergrund.

Am kommenden Donnerstag, den 29. Januar 2026, zählen dann wieder harte Fakten. Die Deutsche Bank legt ihre vorläufigen Ergebnisse für das vierte Quartal und das Gesamtjahr 2025 vor. Anleger werden genau hinhören, ob sich CEO Sewing bei der Bilanzpressekonferenz erneut zu dem Vorfall äußert und wie sich das operative Geschäft zum Jahresende entwickelt hat.

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