Ein interner Research-Bericht hat der Deutschen Bank unverhofft diplomatische Aufmerksamkeit beschert – mitten in einer Phase, in der der Markt eigentlich auf etwas ganz anderes wartet: die nächsten Quartalszahlen. Wie stark überschattet der politische Wirbel den Blick auf die fundamentalen Daten?

Analystenkommentar löst diplomatische Irritation aus

Auslöser der Unruhe ist eine Analyse des Devisenstrategen George Saravelos. Darin wurde die theoretische Möglichkeit diskutiert, dass Europa im Streitfall um Grönland seine Rolle als großer Halter von US-Staatsanleihen als Druckmittel nutzen könnte.

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Diese Überlegung stieß in Washington auf deutlichen Widerspruch. Vertreter der US-Regierung warfen der Bank vor, falsche Narrative zu verbreiten. Die Situation war brisant genug, dass Vorstandschef Christian Sewing persönlich eingriff und in den USA klarstellte, dass es sich um die Einschätzung eines einzelnen Analysten handelt – nicht um die offizielle Haltung des Instituts.

Damit bekam ein gewöhnlicher Research-Report plötzlich eine politische Dimension. Für die Aktie dürfte dieser Vorfall jedoch eher als kurzfristige Randnotiz zu werten sein, zumal der nächste klare Orientierungspunkt bereits feststeht.

Kursverlauf und Kennzahlen: Schwächerer Monat, starkes Jahr

An der Börse zeigte sich der Titel zuletzt etwas schwächer. Am Freitag schloss die Aktie bei 32,88 Euro, ein Tagesminus von rund 1,5 Prozent. Auf Sicht von sieben Tagen ergibt sich ein Rückgang von knapp 2 Prozent, im 30-Tage-Vergleich steht ein Minus von gut 16 Prozent zu Buche.

Im größeren Bild zeigt sich jedoch ein anderes Bild: Auf Zwölfmonatsbasis liegt die Performance mit rund 72 Prozent deutlich im Plus. Von ihrem 52-Wochen-Hoch bei 39,66 Euro ist die Aktie aktuell etwa 17 Prozent entfernt, vom Tief bei 17,85 Euro dagegen rund 84 Prozent nach oben entfernt.

Charttechnisch bewegt sich der Kurs nahe am 50-Tage-Durchschnitt von 32,60 Euro und moderat über der 200-Tage-Linie bei 29,26 Euro. Der 14-Tage-RSI um 56 signalisiert weder Überkauf noch Überverkauf. Die annualisierte 30-Tage-Volatilität von knapp 78 Prozent unterstreicht allerdings, dass der Titel zuletzt spürbar schwungvoll unterwegs war.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Interner Devisen-Research zur Rolle europäischer US-Anleihebestände löst Ärger in Washington aus
  • CEO Christian Sewing distanziert sich persönlich von der Analystenmeinung und betont die Unabhängigkeit des Research
  • Die Aktie schloss am Freitag bei 32,88 Euro, rund 17 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch
  • Auf 12-Monats-Sicht steht dennoch ein kräftiges Plus von gut 72 Prozent
  • Nächster zentraler Termin: Quartalszahlen am 29. Januar

Quartalszahlen als eigentlicher Taktgeber

Trotz der politischen Nebengeräusche richtet sich der Blick der Investoren klar auf den 29. Januar. Dann legt die Bank ihre Zahlen für das abgelaufene Quartal vor. In einem Umfeld erhöhter Schwankungen dürfte dieser Termin den nächsten großen Impuls für den Kurs setzen.

Im Mittelpunkt stehen dabei vor allem die Ertragsentwicklung im Kerngeschäft und die Frage, ob die Bank ihren bisherigen Trend bestätigen kann. Angesichts der starken Performance über zwölf Monate und der jüngsten Korrektur im Kursverlauf bekommen die anstehenden Daten besonderes Gewicht.

Fazit: Der diplomatische Zwischenfall mag kurzfristig für Unruhe gesorgt haben, doch entscheidend für die weitere Entwicklung der Aktie werden die Zahlen Ende Januar sein – sie dürften die Richtung für die kommenden Wochen vorgeben.

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