Die Deutsche Bank startet mit Rückenwind in die Berichtssaison. Eine Kursziel-Anhebung durch JPMorgan trifft auf eine Aktie, die sich in den vergangenen zwölf Monaten bereits deutlich erholt hat. Entscheidend wird nun, ob die anstehenden Jahreszahlen den Vorschusslorbeer rechtfertigen.

JPMorgan hebt Kursziel an

Der zentrale Impuls kommt von der US-Investmentbank JPMorgan. Die Analysten haben ihr Kursziel für die Deutsche Bank von 38,40 auf 40,00 Euro angehoben und die Einstufung auf „Overweight“ bestätigt. Das ist ein klares Signal, dass sie dem Titel kurzfristig weiteres Potenzial zutrauen.

Solche Anpassungen von international einflussreichen Häusern sind mehr als nur eine Zahl auf dem Papier. Sie fließen in viele institutionelle Modelle ein und können die Wahrnehmung des gesamten Sektors beeinflussen. Vor allem, wenn sie mit einer bereits freundlichen Branchenstimmung zusammenfallen – wie aktuell im deutschen Bankensektor.

Die aktuelle Kursentwicklung spiegelt dieses Vertrauen wider: Mit 33,69 Euro liegt die Aktie rund 90 % über dem 52‑Wochen‑Tief von 17,70 Euro. Vom Hoch bei 39,66 Euro ist der Titel allerdings noch gut 15 % entfernt. Das unterstreicht: Der jüngste Aufschwung ist stark, aber nicht ausgereizt.

Die Fakten im Überblick

  • Kursziel JPMorgan: Anhebung von 38,40 auf 40,00 Euro
  • Rating: Bestätigung „Overweight“
  • Aktueller Kurs: 33,69 Euro
  • Performance 12 Monate: +90,38 %
  • Abstand zum 52‑Wochen‑Hoch: rund –15 %
  • Veröffentlichung vorläufiger 2025er-Zahlen: 29. Januar 2026

Der Kurs liegt zudem über allen relevanten gleitenden Durchschnitten: Rund 4,8 % über dem 50‑Tage‑Durchschnitt und knapp 17 % über der 200‑Tage‑Linie. Charttechnisch ist der Aufwärtstrend damit intakt, ohne dass der Markt bereits in eine Übertreibung gelaufen wäre. Der RSI von 55,9 signalisiert ein neutrales bis leicht positives Momentum.

Bilanztermin als Belastungstest

Am 29. Januar 2026 legt die Deutsche Bank ihre vorläufigen Zahlen für das Geschäftsjahr 2025 vor. Dann entscheidet sich, ob der starke Kursanstieg und die optimistischen Analystenkommentare durch harte Fakten gedeckt sind.

Im Mittelpunkt stehen drei Themenblöcke:

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  • Operative Ertragskraft:
    Gelingt es der Bank, ihre Profitabilität trotz eines anspruchsvollen Zinsumfelds weiter zu steigern? Hier wird besonders auf Erträge aus dem Kerngeschäft und die Kostenentwicklung geschaut.

  • Strategische Fortschritte:
    Portfolio-Bereinigungen und mögliche Kapitalmaßnahmen spielen eine Schlüsselrolle für die Bilanzqualität. Investoren werden genau hinsehen, ob die in den vergangenen Jahren angestoßenen Maßnahmen nachhaltig greifen.

  • Ausblick 2026:
    Die Prognosen des Managements um CEO Christian Sewing für das laufende Jahr werden zum Stimmungsbarometer. Spätestens hier zeigt sich, ob das Management den Rückenwind der letzten Quartale in weiteres Wachstum übersetzen will – und kann.

Die Rallye der vergangenen zwölf Monate hat die Messlatte höher gelegt. Enttäuschungen bei Ertrag, Kosten oder Ausblick hätten damit mehr Gewicht als in einer Phase allgemeiner Skepsis.

Makrorisiken bleiben im Hintergrund präsent

Trotz der positiven Analystensignale blendet das Management die wirtschaftlichen Risiken nicht aus. Christian Sewing hat zuletzt vor einer Phase anhaltender Stagnation in Deutschland gewarnt, sollte es nicht zu tiefgreifenden Reformen kommen. Für ein Institut mit starker Verankerung im Heimatmarkt ist das mehr als ein politischer Kommentar.

Das Bankgeschäft hängt eng an Konjunktur, Unternehmensinvestitionen und Kreditnachfrage. Ein schwaches Umfeld kann Margen und Wachstumsaussichten dämpfen – selbst wenn das Institut operativ sauber arbeitet. Umso wichtiger ist es für die Deutsche Bank, die eigene Ertragsbasis zu stärken und Effizienzgewinne zu realisieren, um konjunkturelle Dellen besser auszuhalten.

Fazit: Aufwärtstrend vor entscheidender Wegmarke

Die Kombination aus Kursziel-Anhebung durch JPMorgan, intaktem Aufwärtstrend und deutlich verbesserter 12‑Monats-Performance zeichnet ein konstruktives Bild. Gleichzeitig erhöht der Bilanztermin am 29. Januar 2026 den Prüfungsdruck: Dann muss die Bank zeigen, ob Ertragskraft, Strategieumsetzung und Ausblick mit den gestiegenen Erwartungen Schritt halten.

Gelingt eine Bestätigung oder sogar leichte Übererfüllung der Markterwartungen, könnte der Abstand zum 52‑Wochen‑Hoch weiter schrumpfen. Fallen Zahlen oder Ausblick dagegen spürbar schwächer aus, wäre der aktuelle Aufwärtstrend erstmals seit Monaten ernsthaft auf dem Prüfstand.

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