Die Deutsche Bank kommt beim geplanten Verkauf ihres indischen Privatkundengeschäfts einen entscheidenden Schritt voran. Für das Paket liegen nun finale, bindende Gebote vor – ein Signal, das der Markt honoriert. Gleichzeitig sorgt das hauseigene Research mit zwei auffälligen Rating-Entscheidungen für zusätzliche Aufmerksamkeit.

  • Finale Gebote für Indien-Assets über rund 2,5 Mrd. US-Dollar
  • Aktie nahe 52-Wochen-Hoch bei 34,02 Euro
  • Research dreht bei L'Oréal auf "Hold" und startet Verisure mit "Buy"

Verkauf in Indien erreicht Endphase

Der Desinvestitionsprozess in Indien tritt in die Schlussphase. Nach Angaben aus Finanzkreisen haben die Kotak Mahindra Bank und die Federal Bank bindende Gebote für die zum Verkauf stehenden Aktivitäten abgegeben.

Zum Paket gehören Hypotheken, Kredite für kleine und mittlere Unternehmen sowie das Wealth-Management-Geschäft in Indien. Die Transaktion wird mit etwa 2,5 Milliarden US-Dollar bewertet, umgerechnet rund 2,38 Milliarden Euro.

Für die Deutsche Bank wäre ein Abschluss in dieser Größenordnung ein wichtiger Baustein der strategischen Portfolio-Bereinigung. Viele westliche Großbanken ziehen sich aus peripheren Retail-Märkten zurück, um Kapital freizusetzen und es in profitablere Bereiche wie das Firmenkundengeschäft zu lenken oder die Eigenkapitalquote zu stärken.

Kurs nahe Mehrjahresmarke

Im Tagesverlauf legte die Aktie moderat zu und notierte bei 33,25 Euro, ein Plus von 0,59 Prozent. Damit bewegt sich der Titel knapp unter dem am 6. Januar erreichten 52-Wochen-Hoch von 34,02 Euro.

Dass der Kurs in einem Umfeld mit schwächeren US-Futures und hoher Unsicherheit an den globalen Märkten zulegen kann, unterstreicht die relative Stärke gegenüber dem Gesamtmarkt. Die konkrete Aussicht auf einen Kapitalzufluss aus Indien wirkt dabei als Stütze.

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Charttechnisch bleibt die Marke von 34,02 Euro der zentrale Widerstand. Ein nachhaltiger Ausbruch über dieses Niveau könnte weiteres Aufwärtspotenzial eröffnen, auch wenn kurzfristig die allgemeine Volatilität weiterhin Einfluss auf den Kursverlauf haben dürfte.

Research-Aktivitäten: L'Oréal und Verisure im Fokus

Parallel zum Fortschritt in Indien sorgte das Research der Deutschen Bank heute mit zwei Entscheidungen für Aufmerksamkeit:

  • L'Oréal: Nach einem bestätigten "Sell"-Rating am 6. Januar erfolgte nun die Hochstufung auf "Hold" (Neutral). Das Kursziel wurde von 340 auf 360 Euro angehoben. Analyst Tom Sykes begründet den Schritt mit einer Neubewertung der Risiken, die nach seiner Einschätzung inzwischen weitgehend im Kurs eingepreist sind.
  • Verisure: Für den Sicherheitsdienstleister startete die Deutsche Bank die Abdeckung mit einem "Buy"-Rating und einem Kursziel von 18 Euro. Damit signalisiert das Research Vertrauen in die Breite und Tragfähigkeit des Geschäftsmodells.

Diese Aktivitäten unterstreichen, dass die Bank ihre strategische Neuausrichtung nicht nur auf der Bilanzseite durchzieht, sondern auch im Research-Portfolio Akzente setzt.

Ausblick: Entscheidung über Käufer und Kursmarke

Kurzfristig richtet sich der Blick auf die offizielle Bekanntgabe des Käufers der Indien-Assets – Kotak Mahindra oder Federal Bank – sowie die finalen Vertragskonditionen. Ein Abschluss in der avisierten Größenordnung dürfte die Kapitalbasis der Deutschen Bank stärken und die strategische Fokussierung untermauern. Aus Marktsicht bleiben zwei Punkte entscheidend: der konkrete Deal-Preis und die Frage, ob der Aktie der Sprung über den Widerstand bei 34,02 Euro gelingt.

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