Das profitabelste Jahr der Unternehmensgeschichte — und trotzdem Kursverluste. Die Deutsche Bank hat am Mittwoch ihren testierten Geschäftsbericht für 2025 vorgelegt und dabei nicht nur historisch starke Zahlen bestätigt, sondern auch eine bislang unbekannte juristische Baustelle offenbart.

Vorsteuergewinn springt um 84 Prozent

Die Zahlen sind beeindruckend: Der Vorsteuergewinn stieg 2025 um 84 Prozent auf 9,7 Milliarden Euro, der Nachsteuergewinn nahezu verdoppelt sich auf 7,1 Milliarden Euro. Die Erträge wuchsen um sieben Prozent auf 32,1 Milliarden Euro, während der zinsunabhängige Aufwand gleichzeitig um zehn Prozent sank. Die Aufwand-Ertrag-Relation blieb mit 64 Prozent im Zielkorridor.

Für Aktionäre gibt es eine Dividende von 1,00 Euro je Aktie sowie ein Aktienrückkaufprogramm über eine Milliarde Euro — zusammen 2,9 Milliarden Euro Ausschüttung für 2025. Seit 2021 summiert sich das auf 8,5 Milliarden Euro und übertrifft damit das ursprüngliche Ziel von acht Milliarden Euro. Ab 2026 soll die Ausschüttungsquote auf 60 Prozent steigen.

Für das laufende Jahr erwartet die Bank Konzernerträge von rund 33 Milliarden Euro — leicht über dem Vorjahresniveau. Das mittelfristige Ziel: eine Eigenkapitalrendite von über 13 Prozent bis 2028.

Monte-dei-Paschi-Komplex belastet die Stimmung

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Was die Märkte stärker beschäftigt als die Rekordgewinne, sind vier ehemalige Mitarbeiter, die insgesamt mehr als 600 Millionen Pfund — umgerechnet rund 800 Millionen Dollar — wegen angeblicher Reputationsschäden fordern. Die Forderungen wurzeln in Geschäften, die die Bank 2008 mit der italienischen Monte dei Paschi tätigte. Die damals verurteilten Banker wurden 2022 freigesprochen, klagen nun aber auf Schadensersatz. Die Londoner Verfahren waren bekannt; die konkreten Beträge wurden erst jetzt öffentlich.

Hinzu kommt eine separate Forderung über 152 Millionen Euro eines fünften Bankers vor einem Frankfurter Gericht, die noch in diesem Jahr verhandelt werden soll. Die Bank bezeichnet alle Klagen als „ohne Begründung" und kündigt eine entschlossene Verteidigung an. Ob Rückstellungen gebildet wurden, lässt das Institut bewusst offen — eine Offenlegung könnte den Ausgang der Verfahren beeinflussen, so die Begründung.

Auf der Kapitalseite läuft das seit Ende Februar aktive Aktienrückkaufprogramm planmäßig; bis Anfang März wurden knapp 5,9 Millionen Aktien erworben. Zudem hat Supreme Universal Holdings, verbunden mit dem katarischen Scheich Hamad bin Khalifa al-Thani, eine Gesamtbeteiligung von 3,47 Prozent gemeldet.

Der Postbank-Streit ist dagegen abgehakt: Der Bundesgerichtshof bestätigte höhere Entschädigungsansprüche früherer Aktionäre, die verbleibenden Zahlungsverpflichtungen von rund 112 Millionen Euro sind vollständig durch Rückstellungen gedeckt.

Die Aktie notiert mit einem Abstand von rund 25 Prozent zu ihrem Jahreshoch vom Januar — ein Niveau, das zeigt, wie stark juristische Altlasten und Bedenken rund um das wachsende Private-Credit-Portfolio (2025: rund 26 Milliarden Euro) das positive Fundamentalbild überlagern. Das Frankfurter Monte-dei-Paschi-Verfahren dürfte noch vor dem nächsten Quartalsbericht am 29. Juli 2026 auf die Tagesordnung kommen und die entscheidende Probe für die Verteidigungsstrategie der Bank werden.

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