Ein Rekordbonus-Paket und eine Milliardenklage ehemaliger Mitarbeiter — für die Deutsche Bank war heute an der Börse zu viel auf einmal. Die Aktie rutschte zeitweise um rund 7 Prozent auf 25,23 Euro ab und damit auf ein neues Jahrestief. Seit Jahresanfang summieren sich die Verluste auf rund 22 Prozent.

Boni auf Rekordniveau

Für das Geschäftsjahr 2025 schüttet das Frankfurter Geldhaus insgesamt 2,7 Milliarden Euro an Boni aus — rund 200 Millionen Euro mehr als im Vorjahr. Die Gesamtvergütung der Belegschaft klettert damit auf 11,1 Milliarden Euro. Vorstandschef Christian Sewing erhält eine Gesamtbezahlung von knapp 10,5 Millionen Euro, der Chef der Investmentbank Fabrizio Campelli kommt auf fast 9,3 Millionen Euro. Angetrieben wird das durch ein starkes 2025: Mit einem Vorsteuergewinn von gut 9,7 Milliarden Euro erzielte die Bank das beste Ergebnis ihrer Geschichte — der Nettogewinn lag bei 6,1 Milliarden Euro. Die Investmentbanking-Sparte steigerte ihr Vorsteuerergebnis allein um ein Fünftel auf gut vier Milliarden Euro.

Bemerkenswert: Sewing war nicht der Topverdiener im Haus. Zwei anonym bleibende Banker kassierten zwischen 11 und knapp 12 Millionen Euro, einer sogar zwischen 18 und fast 19 Millionen Euro. Insgesamt beschäftigte die Bank 658 Einkommensmillionäre — elf mehr als im Jahr zuvor.

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Altlast aus Italien schlägt durch

Belastender wirkt auf die Stimmung der Anleger jedoch eine Altlast: Vier ehemalige Investmentbanker haben vor englischen Gerichten Schadensersatzklagen in Höhe von über 600 Millionen Pfund — umgerechnet rund 700 Millionen Euro — eingereicht. Hintergrund sind Geschäfte aus dem Jahr 2008 mit der italienischen Banca Monte dei Paschi di Siena, die damals zu Vorwürfen der Bilanzverschleierung und Marktmanipulation führten. Ein Mailänder Erstgericht verurteilte die Banker 2019, bevor 2022 ein vollständiger Freispruch folgte, der 2023 vom italienischen Obersten Gerichtshof bestätigt wurde. Die Ex-Mitarbeiter argumentieren, das erstinstanzliche Urteil habe ihre Karrieren dauerhaft beschädigt.

Hinzu kommt eine separate Klage eines fünften Ex-Bankers in Frankfurt über 152 Millionen Euro, deren Verhandlung für September angesetzt ist. Mit einem sechsten Kläger einigte sich die Bank bereits außergerichtlich — zu welchen Konditionen, bleibt offen.

Die Deutsche Bank bezeichnet sämtliche Forderungen als unbegründet und kündigt eine entschlossene Gegenwehr an. Ob Rückstellungen für die Verfahren gebildet wurden, lässt das Institut bewusst offen — eine Offenlegung könnte den Ausgang der laufenden Prozesse beeinflussen.

Für Anleger ist die Kombination aus üppigem Bonuspaket und unkalkulierbarem Klagerisiko an einem einzigen Tag offenbar schwer verdaulich.

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