Frisches Analystenlob und ein stark nachgefragter Bond am Vorabend – die Deutsche Bank startet heute mit doppelter Unterstützung in die neue Woche. Im Fokus steht dabei weniger der aktuelle Kurs, sondern die Frage, wie robust die Ertragsbasis in den kommenden Jahren eingeschätzt wird. Genau hier setzen JPMorgan und der jüngste Deal am Anleihemarkt an.

Die Fakten im Überblick

  • JPMorgan bestätigt „Overweight“ und erhöht das Kursziel auf 40 Euro
  • Bewertungsbasis wird auf die Gewinnschätzungen für 2027 ausgedehnt
  • Erfolgreiche Emission einer langlaufenden Euro-Tier-2-Anleihe, von Marktteilnehmern als „Landmark Deal“ bezeichnet
  • Aktueller Kurs um 33,23 Euro, rund 20 % unterhalb des neuen Kursziels

Der Kurs liegt damit zwar leicht unter dem Niveau zu Jahresbeginn, aber deutlich über dem 52‑Wochen‑Tief von 17,01 Euro. Auf Sicht von zwölf Monaten ergibt sich ein Plus von über 90 Prozent – ein Hinweis darauf, dass der Markt bereits viel Restrukturierungsfortschritt eingepreist hat.

JPMorgan setzt auf mittelfristige Ertragskraft

Die zentrale Nachricht kommt aus der Analyseabteilung von JPMorgan. Analyst Kian Abouhossein hat gestern Abend sein Kursziel von 38,40 auf 40,00 Euro angehoben und das Rating „Overweight“ bestätigt. Entscheidend ist dabei weniger der reine Zielwert, sondern der methodische Schritt dahinter: Die Modelle rücken nun primär die Gewinnschätzungen für 2027 in den Mittelpunkt.

Damit signalisiert JPMorgan Vertrauen, dass die Deutsche Bank ihre Ertragsbasis in den kommenden Jahren weiter stabilisieren und ausbauen kann – und das noch bevor die Zahlen für das vierte Quartal 2025 auf dem Tisch liegen. Unterstützt wird diese Sicht von RBC Capital Markets, die ihr „Outperform“-Rating bestätigt haben und so den positiven Nachrichtenfluss verstärken.

Das neue Kursziel von 40 Euro entspricht vom aktuellen Niveau um 33,23 Euro einem moderaten Aufwärtspotenzial im hohen Zehn-Prozent-Bereich. Vor dem Hintergrund eines RSI von knapp 56 und einem Kurs leicht über dem 50‑Tage-Durchschnitt wirkt die Aktie technisch eher neutral bis leicht unterstützt, ohne bereits in überhitzten Bereich vorzudringen.

„Landmark“-Tier-2-Anleihe stärkt Kapitalstory

Parallel zum Analysten-Update hat die Deutsche Bank am Euro-Anleihemarkt einen wichtigen Punkt gesetzt. Das Institut platzierte eine neue Tier‑2‑Nachranganleihe, die von Marktbeobachtern als „Landmark Deal“ eingestuft wird. Besonders hervorstechend ist die Laufzeitstruktur: 15,3 Jahre Gesamtlaufzeit bei einer ersten Kündigungsmöglichkeit nach 10,3 Jahren – die längste derartigen Emission der Bank im Euro-Raum seit 2020.

Anzeige

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Deutsche Bank?

Die starke Nachfrage nach diesem Papier gilt als klarer Indikator dafür, dass institutionelle Investoren der Kreditqualität der Deutschen Bank vertrauen. Gerade im aktuellen, von Unsicherheit geprägten Marktumfeld ist die Platzierung eines langlaufenden, risikoreicheren Kapitalinstruments alles andere als selbstverständlich. Sie zeigt, dass die Bank auch auf der Passivseite der Bilanz über tiefen Zugang zu Investorengeldern verfügt.

Strategisch entlastet die Emission die Diskussion um die Refinanzierung und stärkt zugleich die regulatorische Kapitalbasis. Aus Sicht vieler Marktteilnehmer untermauert der Bond damit jene positive „Credit Story“, die Analysten wie JPMorgan auf der Ergebnisebene vorauszeichnen.

Zwischenfazit vor den Zahlen

Die Kombination aus höherem Kursziel und erfolgreicher Tier‑2‑Emission kommt in einer sensiblen Phase: In der „Quiet Period“ vor Veröffentlichung der Quartalszahlen suchen Investoren nach Hinweisen, ob der Restrukturierungskurs auch im anspruchsvollen Zinsumfeld 2025 trägt. Das hochgesetzte Ziel auf Basis der 2027er‑Schätzungen liefert den Bullen ein neues Argument auf der Ertragsseite, während der Bond die Kapitalstärke untermauert.

Kurzfristig bleibt die Marke um 33 Euro ein technischer Bezugspunkt. Der Kurs hält sich aktuell darüber und liegt spürbar über dem 200‑Tage-Durchschnitt von 28,55 Euro, was den Aufwärtstrend der vergangenen Monate bestätigt, zugleich aber noch Luft zum 52‑Wochen‑Hoch bei 39,66 Euro lässt.

Ausblick: 29. Januar als Nächster Fixpunkt

Der nächste klare Wegweiser steht bereits fest: Am 29. Januar 2026 will die Deutsche Bank das vorläufige Jahresergebnis 2025 und die detaillierten Zahlen zum vierten Quartal vorlegen. Dann wird sich zeigen, ob die nun modellierten 2027er‑Gewinne durch harte Fakten untermauert werden.

Bis dahin dürfte der neue Analysten-Support zusammen mit der verteidigten Kurszone um 33 Euro den Ton setzen. Die heute gestartete Stabilisierungsperiode der neuen Anleihe unterstreicht zusätzlich die aktive Rolle der Bank im Emissionsgeschäft. Für die weitere Kursentwicklung werden insbesondere die Reaktionen weiterer Analystenhäuser rund um die anstehenden Zahlen und mögliche Anpassungen ihrer mittelfristigen Prognosen den Takt vorgeben.

Anzeige

Deutsche Bank-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Deutsche Bank-Analyse vom 9. Januar liefert die Antwort:

Die neusten Deutsche Bank-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Deutsche Bank-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 9. Januar erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Deutsche Bank: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...