Der Frankfurter DAX-Konzern räumt in seiner juristischen Vergangenheit auf und dämpft gleichzeitig die kurzfristigen Erwartungen. Während Millionen an den Fiskus fließen, um Teile des Cum-Ex-Skandals beizulegen, bremst ungünstiger Währungsdruck das Handelsgeschäft im ersten Quartal aus. Für Aktionäre ergibt sich daraus eine komplexe Gemengelage aus teuren Altlasten und mittelfristigen Renditeversprechen.

Millionen-Zahlung an den Fiskus

In einem der langwierigsten Rechtsstreitigkeiten erzielt das Geldhaus einen Teilerfolg. Bei zwei Spezialfonds übernimmt das Institut eine Steuerschuld von 29 Millionen Euro und überweist diese an das Bundeszentralamt für Steuern. Insgesamt ging es bei den betroffenen Fonds um Forderungen von 85 Millionen Euro. Da auch Einigungen bei weiteren Vehikeln erzielt wurden, summiert sich der behandelte Steuerschaden auf über 200 Millionen Euro. Vollständig abgeschlossen ist der Cum-Ex-Komplex für den Konzern damit allerdings nicht.

Stagnation im Handelsgeschäft

Parallel zur juristischen Aufarbeitung richtete CEO Christian Sewing auf einer Investorenkonferenz den Blick auf das operative Geschäft. Seine Botschaft fiel nüchtern aus. Ungünstige Währungsentwicklungen belasten die voraussichtlichen Erträge im Handelsgeschäft, weshalb diese im ersten Quartal voraussichtlich stagnieren werden.

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Dem schwachen Jahresauftakt stehen unveränderte Gesamtjahresziele gegenüber. Das Management rechnet für das laufende Jahr weiterhin mit Nettoerträgen von rund 33 Milliarden Euro. Leicht steigende Investitionskosten sollen dabei durch eine niedrigere Risikovorsorge im Kreditgeschäft abgefedert werden. Auch die Langfriststrategie bis 2028 bleibt intakt und umfasst konkrete Zielmarken:

  • Steigerung der Eigenkapitalrendite auf über 13 Prozent
  • Erhöhung der Ausschüttungsquote auf 60 Prozent ab 2026
  • Zahlung einer Dividende von 1,00 Euro je Anteilsschein
  • Umsetzung eines Aktienrückkaufprogramms über eine Milliarde Euro

An der Börse wird diese strategische Ausrichtung derzeit kritisch abgewogen. Aktuell notiert das Papier bei 25,18 Euro und verzeichnete heute einen leichten Rückgang von 1,25 Prozent. Seit Jahresbeginn steht damit ein Minus von knapp 25 Prozent zu Buche, was die anhaltende Skepsis der Investoren unterstreicht.

Strategischer Ausbau bei Privatkrediten

Die Kombination aus bereinigten Rechtsrisiken und strikter Kostendisziplin bildet das Fundament für die anvisierte Rolle als europäischer Banken-Champion. Mit einem auf knapp 26 Milliarden Euro angewachsenen Engagement im Bereich Private Credit hat sich das Institut zudem in einer lukrativen, aber durch Fondsrücknahmen und strenge Zeichnungsstandards anspruchsvollen Anlageklasse positioniert. Die Bestätigung der Jahresziele signalisiert dabei das Vertrauen des Vorstands, den kurzfristigen Währungsdruck im weiteren Jahresverlauf operativ auszugleichen.

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