Covestro Aktie: Squeeze-Out rückt näher
Der strategische Umbau bei Covestro geht in die nächste Runde. Nach der Übernahme durch den Investor XRG aus Abu Dhabi leitet der Konzern nun den Wechsel in ein weniger reguliertes Börsensegment ein – ein Schritt, der vor allem für die verbliebenen Minderheitsaktionäre eine klare Botschaft hat. Im Mittelpunkt steht nicht mehr das operative Geschäft, sondern die Vorbereitung des Squeeze-Out mit Barabfindung.
Segmentwechsel als Signal
Covestro hat beschlossen, den Börsensegmentwechsel vom Prime Standard in den General Standard der Frankfurter Wertpapierbörse zu beantragen. Die Entscheidung folgte am späten Donnerstagnachmittag nach Börsenschluss.
Hintergrund ist die neue Eigentümerstruktur: XRG hält inzwischen über 95 % der Anteile. Unter diesen Bedingungen erscheint der Verbleib im hochregulierten Prime Standard mit seinen umfangreichen Transparenz- und Berichtspflichten – etwa bei Quartalsberichten – als unnötig kostspielig. Der General Standard erfüllt weiterhin die gesetzlichen Mindestanforderungen, reduziert aber den administrativen Aufwand deutlich.
Für den Kurs selbst ist dieser Schritt nur noch ein formaler Baustein im laufenden Übernahmeprozess. Seit Einleitung des Squeeze-Out-Verfahrens hat sich der Fokus des Marktes komplett verschoben.
Kurs im Abfindungsmodus
Seit XRG am 9. Januar 2026 offiziell den Squeeze-Out – also das Herausdrängen der restlichen Aktionäre gegen Barabfindung – gestartet hat, bestimmt praktisch nur noch die erwartete Abfindungshöhe die Preisbildung.
Der Kurs pendelt seitdem eng um die Marke von gut 60 Euro. Heute notiert die Aktie bei 60,74 Euro und damit nahe am gestrigen Schlusskurs von 60,36 Euro. Die Entwicklung spiegelt die Rolle der Aktie als Abfindungstitel wider: operative Nachrichten haben kaum noch Einfluss.
Wichtige Kennzahlen unterstreichen dieses Bild:
- Aktueller Kurs: 60,74 €
- 52-Wochen-Spanne: 54,62 € bis 66,00 €
- Abstand zum 52-Wochen-Hoch: rund 8 %
- RSI (14 Tage): 30,3 (untere Neutralzone)
Trotz eines Rückgangs von knapp 8 % auf 30-Tage-Sicht liegt die Aktie auf Zwölfmonatssicht noch im Plus. Charttechnische Überlegungen treten jedoch klar hinter der rechtlichen und bewertungstechnischen Dimension des Squeeze-Out zurück.
Ende der Börsenstory als Publikumstitel
Mit dem geplanten Segmentwechsel neigt sich die Zeit von Covestro als breit gestreutes Publikumsunternehmen dem Ende zu. Die strategische und operative Kontrolle liegt nun de facto vollständig bei XRG, der Streubesitz verliert an Bedeutung.
Früher sorgten Meldungen zu Produkten, Innovationen oder Geschäftszahlen regelmäßig für Bewegung im Kurs und neue Fantasie. In der aktuellen Phase verpuffen solche Impulse. Der Markt konzentriert sich nahezu ausschließlich auf:
- den rechtlichen Ablauf des Squeeze-Out,
- die Herleitung der Unternehmensbewertung,
- die daraus resultierende Höhe der Barabfindung.
Damit ist klar: Für Minderheitsaktionäre ist die eigentliche unternehmerische Entwicklung vorerst zweitrangig. Entscheidend ist, zu welchem Wert der Ausstieg letztlich erfolgt.
Nächste Termine: Kennzahlen und Hauptversammlung
Für die verbleibenden Aktionäre rücken zwei konkrete Termine in den Vordergrund:
-
26. Februar 2026: Veröffentlichung des Geschäftsberichts 2025
Die darin enthaltenen Finanzkennzahlen bilden eine wesentliche Grundlage für die Ermittlung einer „angemessenen“ Barabfindung im Rahmen des Squeeze-Out. Ertragssituation, Bilanzstruktur und Cashflows werden dabei eine zentrale Rolle spielen. -
15. April 2026: Ordentliche Hauptversammlung
Auf dieser HV wird die formale Zustimmung zum Squeeze-Out erwartet. Gleichzeitig dürfte dort die finale Höhe der Barabfindung festgelegt werden.
Bis zu diesen Daten ist mit einer fortgesetzt ruhigen Kursentwicklung zu rechnen. Der Titel dürfte in der Nähe des aktuellen Niveaus bleiben, solange keine neuen Informationen zur Bewertung oder zum konkreten Abfindungsansatz auf den Tisch kommen.
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