Commerzbank Aktie: Woche der Wahrheit
Die Luft im Frankfurter Bankenviertel wird dünner. Während UniCredit-Chef Andrea Orcel heute mit beeindruckenden Rekordgewinnen im Rücken seine Übernahmeambitionen untermauerte, steht Commerzbank-CEO Bettina Orlopp massiv unter Zugzwang. Die anstehenden Jahreszahlen am 11. Februar dürften zur entscheidenden Verteidigungslinie gegen die italienische Offerte werden – oder das Tor für eine Übernahme weit aufstoßen.
- UniCredit hält Druck hoch: Italiener kontrollieren bereits rund 29 % der Anteile.
- Finanzielle Stärke: UniCredit meldet 10,6 Mrd. Euro Jahresgewinn (+14 %).
- Termin: Commerzbank präsentiert Ergebnisse am 11. Februar.
- Strategische Frist: Ende Februar wird ein reines Aktien-Angebot möglich.
Orcel lauert auf den richtigen Moment
Der Kampf um die zweitgrößte deutsche Privatbank geht in die nächste Runde. Andrea Orcel, Chef der italienischen UniCredit, nutzte die heutige Vorlage seiner eigenen Jahresbilanz für eine klare Botschaft: Er lässt nicht locker. Gegenüber dem Sender CNBC betonte er, dass eine Übernahme passieren werde, „wenn der richtige Zeitpunkt kommt und die Konditionen stimmen“.
Diese Aussage ist mehr als bloßes Säbelrasseln. UniCredit kontrolliert mittlerweile 29 Prozent der Commerzbank-Anteile und sitzt auf einem Rekordgewinn von 10,6 Milliarden Euro für das Jahr 2025. Mit einer Dividenden- und Rückkauf-Offensive von geplanten 30 Milliarden Euro bis 2028 macht Orcel seine eigene Aktie attraktiv – die ideale Währung für eine potenzielle Übernahme.
Wichtige Frist läuft ab
Besonders brisant ist der zeitliche Kontext. Marktbeobachter blicken gespannt auf Ende Februar. Dann läuft eine sechsmonatige Frist seit dem Überschreiten der 25-Prozent-Schwelle durch die UniCredit ab. Nach Verstreichen dieses Termins wäre es den Italienern rechtlich möglich, ein Übernahmeangebot vorzulegen, das überwiegend oder vollständig auf einem Aktientausch basiert, statt Barvermögen aufzuwenden.
Die Commerzbank-Aktie reagierte heute verhalten auf die Nachrichtenlage und notiert bei 34,68 Euro (+0,29 %). Der Blick auf die langfristige Entwicklung zeigt jedoch, wie sehr die Fantasie den Kurs treibt: Auf Zwölf-Monats-Sicht steht ein Plus von über 85 Prozent zu Buche.
Orlopp muss liefern
Am 11. Februar liegt der Ball bei Bettina Orlopp. Die Commerzbank-Chefin muss beweisen, dass ihr Institut als eigenständige Einheit mehr Wert für die Aktionäre schafft als unter dem Dach der UniCredit. Das Umfeld ist herausfordernd, da europäische Konkurrenten wie Santander, UBS und auch die Deutsche Bank zuletzt mit Rekordzahlen glänzten.
Enttäuscht die Commerzbank bei der Bilanzvorlage oder dem Ausblick, könnten institutionelle Investoren geneigt sein, das Angebot aus Mailand genauer zu prüfen.
Fazit
Die kommenden Tage sind richtungsweisend für die Unabhängigkeit des Instituts. Liefert das Management am 11. Februar überzeugende Argumente und eine starke Dividendenperspektive, könnte sich der Kurs um die Marke von 35 Euro stabilisieren. Bleiben die Zahlen jedoch hinter der starken europäischen Konkurrenz zurück, dürfte der Druck durch UniCredit weiter zunehmen und eine konkrete Offerte im März wahrscheinlicher machen.
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