Commerzbank Aktie: UniCredit macht Zug
Der Übernahmekampf um die Commerzbank ist in eine entscheidende Phase eingetreten. Die Mailänder Großbank UniCredit hat heute ein formelles Tauschangebot vorgelegt — und zwingt damit alle Beteiligten zu einer klaren Positionierung.
Das Angebot auf dem Tisch
Für jede Commerzbank-Aktie bietet UniCredit 0,485 eigene Stammaktien. Das entspricht einem Gegenwert von rund 30,80 Euro je Anteil — einem Aufschlag von vier Prozent gegenüber dem Schlusskurs vom 13. März. Damit bewertet die Bank das Frankfurter Institut mit knapp 35 Milliarden Euro. Die Commerzbank-Aktie reagierte am Montagmorgen mit einem Plus von rund fünf Prozent, pendelt also in etwa auf Höhe des Angebotspreises.
Das eigentliche Kalkül dahinter: UniCredit hält derzeit direkt 26 Prozent an der Commerzbank und kontrolliert inklusive Finanzinstrumenten 29,9 Prozent. Durch das Angebot soll die wichtige 30-Prozent-Schwelle des deutschen Übernahmerechts offiziell überwunden werden — ohne dabei formal die Kontrolle über das Institut zu übernehmen. Das würde UniCredit zudem ersparen, laufend eigene Commerzbank-Anteile verkaufen zu müssen, um unter dieser Marke zu bleiben.
Das offizielle Angebot soll im Mai eingereicht werden, mit einer Annahmefrist von vier Wochen. Bis spätestens 4. Mai plant UniCredit eine außerordentliche Hauptversammlung, um die für die Kapitalerhöhung nötige Zustimmung der eigenen Aktionäre einzuholen — nur wenige Tage vor der Commerzbank-Hauptversammlung am 20. Mai.
Breite Front der Ablehnung
Das Angebot trifft auf erheblichen Widerstand. Commerzbank-Chefin Bettina Orlopp stemmt sich seit Monaten gegen eine Übernahme. Sie hat dem Konzern ehrgeizige Renditeziele verordnet, die Dividende angehoben und erst kürzlich nach einem erneut starken Jahresergebnis 2025 die Ziele weiter nach oben geschraubt. Orlopp setzt auf den deutlich gestiegenen Aktienkurs als natürliche Abschreckung.
Der Bund hält noch gut 12 Prozent der Commerzbank-Aktien und hat klar signalisiert, diese nicht abgeben zu wollen. Kanzler Friedrich Merz sprach sich für eine starke und eigenständige Commerzbank aus. Auch Hessens Ministerpräsident Boris Rhein mahnte, die Interessen von Mitarbeitern und Kunden müssten gewahrt bleiben — der Finanzplatz Frankfurt dürfe nicht geschwächt werden.
Gewerkschaft Verdi warnt unterdessen vor einem massiven Stellenabbau. Als Referenz verweist sie auf die UniCredit-Übernahme der HypoVereinsbank im Jahr 2005, die bei der Münchner Bank zu einem erheblichen Schrumpfkurs führte. Bei der Commerzbank wurden bereits jetzt rund 3.900 Stellen abgebaut — ein kombiniertes Institut könnte diesen Prozess deutlich beschleunigen.
Ob die Commerzbank-Aktionäre das Tauschangebot trotz aller politischen Widerstände annehmen werden, entscheidet sich in den kommenden Wochen. Die EZB hatte UniCredit bereits im März 2025 grünes Licht für eine Aufstockung auf knapp 30 Prozent gegeben — die regulatorischen Hürden für den nächsten Schritt sind also zumindest teilweise geräumt.
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