Während die Bundesregierung weiter auf die Eigenständigkeit der Commerzbank pocht, profitiert der größte Aktionär UniCredit bereits massiv von der Beteiligung. Die italienische Großbank könnte im laufenden Jahr dreistellige Millionenbeträge an Dividenden kassieren – und das ist erst der Anfang.

Die Fakten im Überblick:

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  • UniCredit hält 26% an der Commerzbank (genehmigt bis 29,9%)
  • Erwartete Dividenden 2026: 380 bis 438 Millionen Euro
  • Bilanzbeitrag könnte über 850 Millionen Euro erreichen
  • Bilanzpressekonferenz am 11. Februar 2026
  • Bundesregierung hält rund 12% als strategische Reserve

Finanzielle Anreize überwiegen politische Bedenken

Die Zahlen sind eindeutig: Bei einer Dividendenausschüttung auf Basis geschätzter Commerzbank-Gewinne von 3,3 Milliarden Euro für 2025 steht UniCredit ein erheblicher Mittelzufluss bevor. Sollte die Beteiligung auf die von der Europäischen Zentralbank genehmigte Obergrenze von 29,9 Prozent steigen, würden sich die Dividendeneinnahmen auf bis zu 438 Millionen Euro erhöhen.

Noch gewichtiger ist der bilanzielle Effekt: Da UniCredit mehr als 20 Prozent hält, wird die Beteiligung nach der Equity-Methode konsolidiert. Der Beitrag zur UniCredit-Bilanz könnte 2026 somit mehr als 850 Millionen Euro betragen – ein substantieller Gewinnbeitrag für die italienische Großbank.

Berlin hält am Veto fest

Unmittelbar vor den deutsch-italienischen Regierungskonsultationen in Rom am 24. Januar bekräftigte das Bundesfinanzministerium seine Haltung: Die Eigenständigkeit der Commerzbank sei nicht verhandelbar. Ein unfreundliches Vorgehen der UniCredit sei angesichts der Systemrelevanz der deutschen Bank inakzeptabel.

Der Bund hält weiterhin rund 12 Prozent der Anteile. Diese Beteiligung dient als strategisches Instrument, um eine feindliche Übernahme zu erschweren. Die Commerzbank selbst erklärte, dass der erhöhte UniCredit-Anteil die fundamentale Situation und Haltung des Instituts nicht verändere.

Zahlenvorlage als Lackmustest

Am 11. Februar präsentiert die Commerzbank ihre Jahreszahlen. Das Management hatte bei der Vorlage der Q3-Zahlen im November ein Nettoergebnis von rund 2,5 Milliarden Euro nach Restrukturierungsaufwendungen in Aussicht gestellt. Vor diesen Sonderbelastungen rechnet das Institut mit 2,9 Milliarden Euro.

Parallel dazu hat die Bank im Dezember ihr fünftes Aktienrückkaufprogramm seit 2023 abgeschlossen – Volumen rund eine Milliarde Euro. Diese Kapitalrückführung unterstreicht die solide finanzielle Basis, macht die Aktie aber gleichzeitig auch für UniCredit attraktiver.

Die Dividendenpolitik, die auf der Hauptversammlung am 20. Mai beschlossen wird, dürfte den weiteren Verlauf der Übernahmesaga maßgeblich beeinflussen. Je großzügiger die Ausschüttung, desto rentabler wird die Position für UniCredit – und desto schwieriger wird es für Berlin, die Eigenständigkeit dauerhaft zu verteidigen.

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