Der Widerstand gegen die geplante UniCredit-Übernahme bekommt eine neue Stoßrichtung. Nicht mehr nur Vorstand und Bundesregierung stemmen sich gegen das Angebot der Italiener — jetzt schaltet sich der Betriebsrat mit einem konkreten Druckmittel ein.

Betriebsratschef Sascha Uebel nannte das Vorgehen von UniCredit-Chef Andrea Orcel gegenüber dem „Handelsblatt" unverantwortlich. Die Arbeitnehmervertreter lassen sich eigens von einer Investmentbank beraten und kommen zu einem klaren Schluss: Eine Übernahme rechne sich für UniCredit schlicht nicht — jedenfalls nicht ohne Einsparungen in Milliardenhöhe. Und genau die will der Betriebsrat verhindern.

Der Tarifvertrag als Sperrriegel

Das strategische Werkzeug liegt bereits auf dem Tisch. Die Commerzbank hat mit der Gewerkschaft Verdi einen Haustarifvertrag abgeschlossen, der die Betriebsratsstrukturen bis 2030 festschreibt. Uebels Botschaft an Orcel ist unmissverständlich: „UniCredit wird ohne uns in den nächsten fünf Jahren also keine signifikanten Einsparungen erzielen können."

Verdi verweist dabei auf ein historisches Beispiel. Nach der UniCredit-Übernahme der HVB im Jahr 2005 sank die Beschäftigtenzahl bei der Münchner Bank um rund zwei Drittel. Dieses Szenario wollen die Gewerkschafter bei der Commerzbank nicht wiederholen.

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Politische Rückendeckung aus Frankfurt und Berlin

Frankfurts Oberbürgermeister Mike Josef (SPD) bat Ministerpräsident Boris Rhein und Bundeskanzler Friedrich Merz, sich für den Erhalt der Commerzbank als unabhängiges Institut einzusetzen. Das Bundesfinanzministerium bekräftigte unterdessen seine ablehnende Haltung gegenüber einer „feindlichen Übernahme". Der Bund hält gut zwölf Prozent der Anteile und hat signalisiert, diese nicht zu verkaufen.

UniCredit hält inzwischen knapp 30 Prozent der Commerzbank-Anteile — und will mit dem freiwilligen Übernahmeangebot in eigenen Aktien über diese Schwelle steigen. Commerzbank-Aktionäre würden demnach 0,485 neue UniCredit-Papiere je Aktie erhalten. Über die dafür nötige Kapitalerhöhung soll eine außerordentliche Hauptversammlung am 4. Mai 2026 entscheiden.

Hauptversammlung als nächster Prüfstein

Was das Übernahmeangebot zusätzlich kompliziert: Die Commerzbank steht operativ keineswegs schwach da. Für 2025 kommunizierte das Institut einen Nettoertrag von 2,6 Milliarden Euro, für 2026 stellt das Management ein Ergebnis oberhalb des ursprünglichen Ziels von 3,2 Milliarden Euro in Aussicht. Genau diese Stärke macht die Abwehrargumentation des Managements glaubwürdig — und die Übernahmeprämie, die UniCredit bislang schuldig bleibt, zum zentralen Streitpunkt.

Die ordentliche Hauptversammlung am 20. Mai 2026 wird zur nächsten Bewährungsprobe. Dort prallen Management, Betriebsrat, Großaktionär und Politik erstmals öffentlich aufeinander. Mit einem RSI von 27,5 signalisiert die Aktie technisch überverkaufte Bedingungen — das laufende Jahr hat sie bislang knapp 13 Prozent gekostet.

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