Die italienische UniCredit leitet die nächste Phase im Ringen um die Commerzbank ein und wählt dafür einen juristischen Umweg. Mit einem freiwilligen Tauschangebot will die Großbank die wichtige Schwelle von 30 Prozent überschreiten, ohne ein teures Pflichtangebot abgeben zu müssen. Während das Management in Frankfurt mit Rekordzahlen dagegenhält, formiert sich in Berlin massiver politischer Widerstand gegen die Pläne aus Mailand.

UniCredit hält bereits rund 28 Prozent an dem Frankfurter Institut. Da die Commerzbank kontinuierlich eigene Aktien zurückkauft, steigt der prozentuale Anteil der Italiener automatisch. Um nicht gezwungenermaßen Papiere verkaufen zu müssen, um unter der meldepflichtigen 30-Prozent-Marke zu bleiben, geht CEO Andrea Orcel nun in die Offensive. Aktionäre sollen 0,485 UniCredit-Aktien pro Commerzbank-Anteil erhalten. Dieser freiwillige Schritt erspart den Italienern ein späteres, potenziell deutlich teureres Pflichtangebot und ermöglicht den weiteren Zukauf von Aktien über die Börse.

Nach der ersten Euphorie, die den Kurs am Mittwoch noch über die 34-Euro-Marke trieb, kühlte die Stimmung am heutigen Donnerstag spürbar ab. Aktuell verzeichnet das Papier ein Minus von 4,73 Prozent und notiert bei 31,05 Euro.

Rekordzahlen als Abwehrschild

Das Commerzbank-Management um Chefin Bettina Orlopp lehnt den Zusammenschluss strikt ab und nutzt fundamentale Stärke als wichtigste Waffe. Die Argumentation der Frankfurter stützt sich auf die jüngste Geschäftsentwicklung, die den Aktionären die Eigenständigkeit des Instituts schmackhaft machen soll.

Anzeige

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Commerzbank?

Die zentralen Eckpunkte der Abwehrstrategie umfassen:
* Operativer Rekordgewinn 2025 von 4,5 Milliarden Euro
* Geplante Dividendenanhebung auf 1,10 Euro je Aktie (plus 69 Prozent)
* Prognostizierter Nettogewinn für 2026 von über 3,2 Milliarden Euro
* Zielvorgabe für den Zinsüberschuss von 8,5 Milliarden Euro

Breite Front der Ablehnung

Neben dem Vorstand positionieren sich auch Politik und Gewerkschaften klar gegen das Vorhaben. Die Bundesregierung, die selbst 12,72 Prozent der Anteile hält, widersetzt sich der Fusion. Bundeskanzler Friedrich Merz stufte eine feindliche Übernahme als inakzeptabel ein. Flankiert wird diese Haltung von der Gewerkschaft Verdi, die bei einem Zusammenschluss den Wegfall von deutlich mehr als 10.000 Arbeitsplätzen befürchtet.

Die endgültigen Angebotsunterlagen aus Mailand werden für Anfang Mai erwartet. Der direkte Schlagabtausch zwischen dem Großaktionär UniCredit, dem Commerzbank-Management und der Bundesregierung kulminiert am 20. Mai 2026 auf der Hauptversammlung in Frankfurt, wenn die Aktionäre über die strategische Ausrichtung der Bank abstimmen.

Commerzbank-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Commerzbank-Analyse vom 19. März liefert die Antwort:

Die neusten Commerzbank-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Commerzbank-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 19. März erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Commerzbank: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...