Rekordauftragseingang, milliardenschweres Aktienrückkaufprogramm, Stoxx-50-Aufstieg — und trotzdem steht die Aktie unter Druck. Bei Siemens Energy klafft derzeit eine auffällige Lücke zwischen operativer Stärke und Kursentwicklung. Der Grund hat einen Namen: Siemens Gamesa.

Windkrafttochter als Belastungsfaktor

Die Fortschritte bei der defizitären Windsparte sind real. Das Quartalsminus schrumpfte auf 46 Millionen Euro — nach einem Verlust von 374 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Trotzdem ist die Restrukturierung noch nicht abgeschlossen.

Aktivistinvestor Ananym drängt auf eine Abspaltung der Sparte. Institutionelle Großaktionäre wie DWS und Union Investment stützen bislang den Managementkurs, der für das laufende Jahr die Gewinnschwelle anpeilt. Verfehlt Gamesa dieses Ziel, dürfte der Druck für eine endgültige Trennung deutlich zunehmen.

Kerngeschäft liefert Rekordwerte

Jenseits der Gamesa-Debatte läuft das klassische Geschäft auf Hochtouren. Im ersten Quartal 2026 erzielte Siemens Energy einen Rekordauftragseingang von nahezu 18 Milliarden Euro — den stärksten in der Unternehmensgeschichte. Der Auftragsbestand wuchs auf 146 Milliarden Euro, die Produktionskapazitäten für Gasturbinen und Netztechnik sind bis Ende des Jahrzehnts nahezu vollständig ausgelastet.

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Diese operative Stärke ermöglichte auch die Rückkehr zur Kapitalrückgabe. Das laufende Aktienrückkaufprogramm umfasst bis zu 2 Milliarden Euro und läuft bis Ende September 2026 — erste Tranche eines bis 2028 geplanten Gesamtvolumens von 6 Milliarden Euro.

Für das Gesamtjahr 2026 peilt das Management ein vergleichbares Umsatzwachstum von 11 bis 13 Prozent sowie eine Gewinnmarge vor Sondereffekten zwischen 9 und 11 Prozent an. Das mittelfristige Margenziel bis 2028 wurde auf 14 bis 16 Prozent angehoben — gegenüber bisher 10 bis 12 Prozent.

Hohe Erwartungen bereits eingepreist

Die Aktie notiert bei 147,70 Euro und hat sich seit April 2025 mehr als verdreifacht. Marktbeobachter verweisen darauf, dass ein erheblicher Teil der positiven Erwartungen bereits im Kurs eingepreist sein dürfte — was die Fallhöhe bei Enttäuschungen entsprechend erhöht. Mit einem RSI von knapp 85 zeigt auch die Charttechnik eine deutliche Überkauft-Situation an.

Am 12. Mai 2026 legt Siemens Energy die Zahlen für das zweite Quartal vor. Dann muss das Management konkret belegen, dass die Gamesa-Sanierung planmäßig verläuft und der Weg zur angehobenen Margenprognose für 2028 keine Wunschrechnung ist.

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