UniCredit hat sein Übernahmeangebot für die Commerzbank offiziell auf den Tisch gelegt — und trifft damit auf eine breite Ablehnungsfront. Management, Bundesregierung, Betriebsrat und Gewerkschaft ziehen an einem Strang. Trotzdem reagierte die Aktie zunächst mit Kursgewinnen. Heute korrigiert sie deutlich um rund 4,5 Prozent auf 31,11 Euro.

Ein Angebot als Druckmittel

Das Angebot selbst ist bewusst knapp kalkuliert: UniCredit bietet 0,485 neue eigene Stammaktien je Commerzbank-Aktie — was zum Zeitpunkt der Ankündigung rund 30,80 Euro entsprach und damit kaum über dem damaligen Schlusskurs lag. UniCredit-Chef Andrea Orcel erwartet nach eigener Aussage nicht, damit die Kontrolle über die Frankfurter Bank zu erlangen. Das Ziel ist ein anderes: Commerzbank-Chefin Bettina Orlopp an den Verhandlungstisch zu zwingen.

Die Commerzbank ließ das Angebot kalt. Man vermisse „Informationen bezüglich der Eckpfeiler einer wertstiftenden Transaktion" — die notwendige Grundlage für Gespräche.

Tarifverträge als Blockade bis 2030

Besonders brisant ist der Widerstand der Arbeitnehmerseite. Betriebsratschef Sascha Uebel bezeichnete Orcels Vorgehen im aktuellen Umfeld — mit Unsicherheiten durch den Irankrieg und steigende Energiepreise — offen als „Schweinerei". Hinter der scharfen Rhetorik steckt aber auch eine handfeste strategische Waffe: Eine Transformationsvereinbarung und ein Haustarifvertrag mit Verdi laufen bis 2030 und schreiben bestehende Betriebsratsstrukturen fest. Schneller Stellenabbau wäre damit für Jahre praktisch blockiert.

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Uebel, dessen Betriebsrat sich von einer Investmentbank beraten lässt, ist überzeugt: UniCredit müsste für eine rentable Übernahme Einsparungen in Milliardenhöhe erzielen — was unter diesen Bedingungen kaum realisierbar sei.

Gewerkschaft Verdi warnt zusätzlich vor einem Wiederholungsszenario der HVB-Übernahme 2005, die bei der Münchner Bank einen massiven Schrumpfkurs nach sich zog. „Die Eigenständigkeit beider Häuser ist die bessere Alternative", erklärte Aufsichtsratsmitglied Kevin Voß.

Hauptversammlung am 20. Mai als nächster Eskalationspunkt

Der Bund hält gut zwölf Prozent der Commerzbank-Anteile — Aktien, die er nicht verkaufen will. Das Bundesfinanzministerium lehnt eine feindliche Übernahme weiterhin ab. Damit fehlt UniCredit ein entscheidender Aktionär auf der eigenen Seite.

Die nächste Bewährungsprobe ist bereits terminiert: Auf der Hauptversammlung am 20. Mai 2026 dürfte der Konflikt zwischen Orcel, Orlopp, Betriebsrat, Gewerkschaft und Bundesregierung öffentlich und mit voller Schärfe ausgetragen werden. Solange das Angebot preislich keinen echten Anreiz für Kleinaktionäre bietet und der politische sowie arbeitsrechtliche Widerstand anhält, dürfte UniCredit noch erheblich nachbessern müssen.

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